Nein, sagt Siw Malmkvist, einfach so wegschlafen nachts, das möchte sie nicht, man würde ja alles verpassen. Und dann, nach wie vor fasziniert vom Unvorstellbaren: „Dass das Sterben so schnell geht, einfach so, Peng!, das war mir wohl noch nie durch den Kopf gegangen.“
Ein Titel wie für ein Road-Movie aus den 70er Jahren. Staubiges Zelluloid, Handgeschriebenes, Aufbruch, Offenheit, Kampfgeist, die Ahnung von Freiheit in der Luft. Schwarz-weiß. Und elektrisch. Eine Doku.
Mittlerweile laufen die 26. Filmtage schon einige Tage - Zeit eine Zwischenbilanz zu ziehen. Nachdem ich mehrere Spielfilme, die in den verschiedenen Wettbewerben laufen, gesehen habe, kann ich neben dem bereits rezensierten Eröffnungsfilm „Therapie für Wikinger“ besonders zwei weitere Filme empfehlen.
6 x 45 Minuten hinter den Kulissen des politischen Alltags und seiner Mechanismen und den Medien in einer ethisch ausgehungerten Gegenwart. Kein Muss, aber ein astreines Kann.
Wie üblich wurden die 67. Filmtage im Rahmen einer feierlichen Eröffnungsveranstaltung gestartet. Auch wie üblich führte die charmante Moderatorin Loretta Stein gewohnt souverän durch den Abend und begrüßte zunächst alle möglichen prominenten Gäste aus Politik, Kultur und Filmschaffen.
„Eigentlich drehe ich immer Heimatfilme“, sagte der Hamburger Regisseur Fatih Akin bei der Vorstellung seines neuesten Streifens, der in Venedig außerhalb des Wettbewerbes lief. Jetzt hat er einen Film auf der deutschen Nordseeinsel Amrum gedreht. Wobei es im Vorspann heißt: „Ein Hark Bohm-Film von Fatih Akin“.
Zum Auftakt der Pressekonferenz der 67. NFL erklärte die Kultursenatorin Monika Frank ihre Vorfreude und Neugier auf das Programm der Filmtage: „Der Herbst hat seine Freuden, nämlich die Nordischen Filmtage als absolutes Highlight des Lübecker Kulturlebens“. Gleichzeitig begrüßte sie die Rückkopplung zwischen den Institutionen und der Stadtgesellschaft und dem Filmfestival, welches als neue Filmvorführstätte nun das Kolk 17, Lübecks wunderschönes Figurentheater und Museum präsentieren darf.
Erst kürzlich feierte der neueste Film vom Filmmagier und Kino-Märchenerzähler Wes Anderson seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Cannes, wo der Streifen mit im Wettbewerb um die Goldene Palme war. Und wie in seinem Vorgänger-Werk „Astroid City“ drängelten sich die Giganten der Schauspielkunst aus dem Cast auf dem roten Teppich.
Nachdem bereits vor kurzem die wunderbare Dokumentation über die Anfangsjahre von Led Zeppelin im Stadthallen-Kino an der Mühlenbrücke von alten und jungen Fans gebührend abgefeiert wurde, bringt das Kino jetzt ein weiteres absolutes Highlight der Rockgeschichte auf die große Leinwand.