Mit Thomas Mann und Günter Grass hat Lübeck zwei Literatur-Nobelpreisträger. Die Kiesauer Literaturnacht bietet hochkarätige Lesungen. Freunde der guten Literatur finden das ganze Jahr eine große Zahl an Veranstaltungen in der historischen Altstadt.
„Darum sorgt nicht für den andern Morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe.“ (Matthäus 6,34). So lautet das Vorwort im Stundenbuch der Liebe „Der heutige Tag“, das Helga Schubert im Frühjahr 2023 schrieb. „Allen, die einen anderen Menschen nicht verloren geben“, steht als Vorwort in ihrem neuen Stundenbuch der Hoffnung „Eine Woche danach“.
Humor ist eine Fähigkeit, auch die Schattenseiten des Lebens mit heiterer Gelassenheit und geistiger Überlegenheit zu betrachten, wobei er aber in allen möglichen Formen von liebenswürdig-scherzhaft bis bitterböse und tiefschwarz daherkommen kann. Mal spricht man von lakonischem Humor, dann wiederum aber auch von einer surrealen Satire oder Groteske. Wobei die heute angesagten Comedians ja eher dem „Hau-Drauf-Witz“ fröhnen, als die mit feiner Klinge ausgeführte Ironie. Sei’s drum, ich habe für meine Sommerlektüre einige Bücher ausgewählt, die den verschiedensten Kategorien von Humor zuzuordnen sind.
Seit letzter Woche laufen in Lübeck die diesjährigen Thomas Mann-Tage mit Gesprächsrunden, Symposien und Fachtagungen. Als Höhepunkt der Woche wurde am Freitagabend der Thomas Mann-Preis 2026 an den israelischen Schriftsteller David Grossmann im Lübecker Theater feierlich übergeben. Und das absolut zu Recht.
Dass die österreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek zu den wortgewaltigsten, wichtigsten und witzigsten Autor*innen und Dramatiker*innen des deutschsprachigen Raum gehört, ist seit langem bekannt.
Berlin zeigt viele Facetten, Sommersprossen, unterschiedliche Gesichter und Temperamente: Um die Mittagszeit fährt der Bus von Lübeck nach Berlin am ZOB, ein pulsierender Verkehr am Theodor-Heuss-Platz. Ganz nah grüßt der Funkturm. Der Busbahnhof bemüht sich um neuen Glanz; nach langer Zeit der Renovierung präsentiert sich das verglaste Eingangsportal frisch und aufgeräumt. Die Unterführung am Messedamm meide ich, der Untergrund hat ein Eigenleben.
Die Frühjahrsausgabe des WORTschatz-Magazins nimmt Leserinnen und Leser mit auf eine Reise durch die verschiedenen Möglichkeiten abstrakter Sprachkunst und vereint dazu Werke von Lübecker Künstlerinnen und Künstlern mit Rätselspaß und experimentellen Ansätzen.
Heute möchte ich die wunderbaren Geschichten von drei ganz unterschiedlichen Autor*innen vorstellen, die jeweils preisgekürt sind und weltweit herausstechen.
Schon allein das Buch-Cover verspricht Idylle pur: Ein heimeliges rotes Reetdachhaus steht zwischen lieblicher Landschaft aus blau-weißem Himmel, gelben Rapsfeld und Blick auf leicht kräuselnder Wasserfläche. Eine Gegend der Entspannung, Ruhe und Entschleunigung. Solche Sehnsuchtsorte suchen Menschen, die im hektischen (Arbeits-)Alltag in der Stadt kaum einmal zur Ruhe kommen.
Der Roman führt uns in das Deutschland um 1870 – eine Ära, in der Bildung und geistige Selbstentfaltung für Frauen keineswegs vorgesehen waren. Das gesellschaftliche Korsett war eng geschnürt: Die Frau hatte im Haus zu dienen und Kinder zu erziehen; intellektuelle Ambitionen wurden systematisch unterdrückt.
Helga Schubert, geboren 1940 in Berlin, reflektiert in ihrem neuesten Buch verschiedenste Übergänge, die sie geprägt, gestärkt oder auch verunsichert haben. Ich kenne Helga Schubert seit knapp 50 Jahren.