Man ahnt, woran man ist, bei so einem Konzert, wenn der erste Song direkt einen entspannten 11/8tel-Takt vorlegt (ohne Gewähr). Den Song mit dem Titel „Refreshing“ widmet Bandleader Michel Schröder der Handysucht. Wer jetzt an sinnlose Zeitverschwendung auf sozialen Netzwerken denkt, hat sich vertan. Bei Schröder manifestiert sich die Handysucht im ständigen Prüfen des Mailprogramms, wo doch eigentlich längst die nächste wichtige E-Mail hätte eingehen sollen. Sieht so gelebter Workoholismus aus?
Vier Absolventen an der Musikhochschule Lübeck (MHL) waren zu einem besonderen Ereignis eingeladen. Sie bekamen durch die Philharmonische Gesellschaft des Lübecker Orchesters die Möglichkeit, zum Abschluss ihres Studiums einem breiten Publikum zu präsentieren, welche Fähigkeiten sie im langjährigen Studium erworben hatten.
Alles wartet schon gespannt auf den Beginn des JazzBaltica-Konzerts am Freitagnachmittag, als unser Landesvater, Ministerpräsident Daniel Günther, plötzlich neben mir Platz nimmt.
Nach einer ersten Stippvisite ins JazzCafé im Jahr 2017 kehrte Céline Bonacina die zurückliegende Samstagnacht mit neuer Band (bis auf Chris Jennings) auf die JazzBaltica-MainStage zurück. Mit dem Titel Trust legte die bald 50jährige Baritonsaxophonistin und Komponistin im golden glitzernden Anzug sofort mächtig los; ein kräftiger Start in ein vielfältiges, abwechslungsreiches Konzert.
Das Ratekauer Blasorchester setzt den ABBA-Kultfilm vor laufender Leinwand synchron in Szene. Dirigent und Initiator des spannenden Projektes ist der vielseitige Musiker Christoph Liedtke, ein Allrounder par excellence. Das aus etwa 50 Musikern bestehende Orchester spielt in der MuK alle Songs des Kinofilms Mamma Mia!. Herrliche Ohrwürmer, wer kennt sie nicht. Im ganzen Saal verbreiten sie nonstop gute Laune. Das Haus ist ausverkauft, darunter darf natürlich eine große begeisterte Fangruppe aus dem Heimatort Ratekau nicht fehlen.
Eigentlich gehört Jim Osterberg, wie Iggy Pop mit bürgerlichem Namen heißt, schon seit Jahrzehnten wie auch Keith Richard von den Stones zu den unsterblichen Untoten des Rock´n´Roll. Mittlerweile ist der ewige wilde Mann der Punk- und Rockgeschichte aus Detroit/USA schon 78 Jahre alt und leidet seit Jahren an diversen körperlichen Gebrechen.
Das übliche Programmschema war auch bei dem letzten NDR-Konzert in dieser Saison eingehalten (6. Juni 2025): Dem kleinen Ohrenschmeichler zu Beginn folgte etwas Konzertantes und im zweiten Teil ein eher anspruchsvolles Werk, zumeist ein sinfonisches. So weit, so gut. Doch diesmal hatte der Sender sich selbst übertroffen. Zum einen bot das Programm drei herausfordernde, nicht alltägliche Werke. Zum anderen traten gleich drei Solisten auf, alles geleitet von einem Dirigenten, für den es die erste Begegnung mit den Elbphilharmonikern war.
Auch dieses, das achte und vorletzte Konzert der ablaufenden Saison, bot ein Programm der ganz besonderen Art. Wann hört man schon im ersten Teil ein Duo von gewichtigen Klavierkonzerten ein und desselben Komponisten? Und wann kommt das vor, dass im zweiten Teil die Sinfonie eines Klassikers im Programm ist, eines Komponisten, der wohl nur wenigen bekannt war. Er war schlicht vergessen worden. Aber warum?
Die große Konzertsaal der Lübecker Musik- und Kongresshalle ist prall gefüllt mit Kapuzen-Pullovern, Baseball-Kappen und genretypischen Oversize-Hosen, sie prägen das Bild der Besucher*innen. Ein eher untypisches Publikum für das Kammermusik-Orchester des „Takeover!Ensembles“ von Miki Kekenj, das den Abend klassisch mit einem Satz aus dem „Concerto Grosso“ von Antonio Vivaldi eröffnet - und das Volk jubelt begeistert.