In der Musik- und Kongresshalle Lübeck feiert eines der weltbesten Orchester, das Mahler Chamber Orchestra, mit dem Pianisten Daniil Trifonov am Flügel einen höchst bemerkenswerten Konzertabend.
Die Vorhalle der Gollan Kulturwerft hatte sich hübsch gemacht. Bunte grelle Bilder aus Plastikmüll an den Wänden, lässige Sofas und gemütliche Sessel oder Liegestühle im Sand im Freigelände. Kein Wunder, dass die Pressesprecherin des SHMF, Laura Hamdorf, die rustikale Industriewerft zum sommerlichen Wohnzimmer des Schleswig-Holstein Musik Festivals erklärte, wo in den nächsten zwei Wochen Musik aus aller Welt beim Werftsommer präsentiert wird.
Dass es während der Travemünde Woche nicht nur Party- und Halligalli-Musik gibt, sondern auch Anspruchsvolles zwischen Klassik, Jazz und Elektronik, beweist seit zehn Jahren das Classical Beat Festival. Erstmals finden die Hauptkonzerte im Maritim Strandhotel Travemünde statt, nachdem der Ballsaal des Atlantic-Hotels nach Besitzerwechsel nicht mehr zur Verfügung stand.
Vergangenen Mittwoch war einer der größten polnischen Jazzpianisten der Geschichte im gediegenen Saal des Travemünder Maritims zu Gast; ein Ausnahmemusiker, der den polnischen Jazz revolutioniert hat und in Polen einen herausragenden Ruf genießt als einer der bedeutendsten und bekanntesten Jazzmusiker des Landes.
Gut gelaunt konnte der Intendant des SHMF, Christian Kuhnt, dem ausverkauften Saal der Lübecker Musik- und Kongresshalle verkünden, dass sie Zeugen von gleich mehreren Premieren werden würden.
Die „Zählenden Krähen“, die Alternativ-Folk-Rocker aus den USA sind ein Phänomen: Kaum einer kennt den Bandnamen, aber fast alle können die klassischen Welt-Hits der Band wie „Mr. Jones“ oder „Omaha“ mitsingen. Dabei gibt es die Counting Crows bereits seit über 30 Jahren mit Plattenverkaufszahlen von mehr als 20 Millionen Exemplaren.
Auf der Suche nach Lösungen für die Gegenwart warf die diesjährige Pop-Revue an der Musikhochschule Lübeck den Blick in die Zukunft – und fand Antworten in den Lehren der Geschichte.
Zu Beginn des Konzerts am Donnerstagabend hört man die raue, kratzige Stimme des Trompeten-Genies Miles Davis aus dem OFF: „It´s about that time“. Dazu kommen die Musiker, die Marcus Miller, legendärer Bassist und Projektleiter des fünften und letzten Konzerts, um sich gescharrt hat, tänzelnd und ins Publikum winkend auf die Bühne.
Er wolle nicht der Jopi Heesters der Rockgeschichte werden, hatte Wolfgang Niedecken dem Rolling Stones Magazin erzählt und damit den langsamen Abschied seiner Band von den Bühnen der Republik vorbereitet. Aber noch ist es längst nicht so weit, wie der mittlerweile 75 Jahre alte Kölsch-Rocksänger und seine neunköpfige Band in der rappelvollen Gollan-Werft am Dienstag Abend bewiesen. Seit Monaten ausverkauft, hatte sich dort eine tanz- und sangesfreudige Fan-Gemeinde aus der Boomer-Generation versammelt, um BAP noch einmal gebührend zu feiern.
Das große SHMF feiert seine Eröffnung nicht nur mit den traditionellen Doppelkonzerten in der Lübecker Muk, sondern gibt gleichzeitig am selben Wochenende eine sensationelle Uraufführung in der Elbphilharmonie Hamburg mit Ksenija Sidorova und ihrem Akkordeon.