Seit vielen Jahren gehört die 1961 in Freiburg geborene Künstlerin Katharina Grosse zu den Weltstars der gegenwärtigen Kunstszene. Mit ihren radikalen, raumgreifenden in-situ-Malereien, die sowohl in Farbigkeit als auch in den Ausmaßen viele Grenzen sprengen, hat sie sich weltweit einen Namen gemacht.
Jetzt soll es doch tatsächlich noch klappen. Jahrelang habe ich eine Ausstellung mit Streetart-Bildern aus aller Welt geplant und vorbereitet, doch dann kam Corona. Später waren keine ausreichenden Räumlichkeiten zu finden und dann kam dazwischen, was dazwischen kommen wollte oder sollte. Doch jetzt geht es endlich los und zwar vom 3. bis zum 12. Juni in der Kunsttankstelle am Holstentor.
Schon beim Betreten der historischen Katharinenkirche in der Lübecker Altstadt fällt auf, dass sich die sonst eher schlichten Kirchenräume verändert haben. Quer durch den eher grauen Backstein-Bau der ehemaligen Franziskanerkirche mit den einfachen braunen Kirchenbänken fällt der Blick auf die farbenfrohe Raum-Intervention, die die Possehl-Preis-Trägerin 2024, Johanna Broziat (1982) geschaffen hat.
Noura Dirani, die Direktorin der Kunsthalle St. Annen, bleibt ihrem Kurs treu: mehr Partizipation und Teilhabe für Jung und alt, mehr Transparenz der Museumsarbeit, mehr Zusammenschluss der Lübecker Museen, mehr Sichtbarkeit der Kunst und Kultur im öffentlichen Raum.
Beim Gang in die Petri-Kirche begrüßte mich mein Nachbar und dortiger Küster mit den Worten: „Na, Kunst gucken? Viel Spass beim Suchen!“. Und tatsächlich schien der riesige und wunderbare Kirchenraum mit seinen weißen Wänden und hohen Fenstern seltsam leer. Nur zwei etwas eigentümliche Skulpturen waren zu entdecken.
In der Hamburger Kunsthalle gibt es eine kurze Geschichte der Illusionen in Bildern und Skulpturen: „Illusion - Traum - Identität - Wirklichkeit“ nennt sich die aktuellste Schau in der Hamburger Kunsthalle, die mal wieder belegt, dass viele Kunst zu schön ist, um wahr zu sein. Dabei beleuchtet die großartige, äußerst umfangreiche und epochenübergreifende Ausstellung die unterschiedlichsten Facetten des Thema Illusion von der Kunst der Alten Meister bis in die unmittelbare Gegenwart.
Die indische Künstlerin Shilpa Gupta (*1976, Mumbai) erhält den mit 25.000 Euro sowie einer Einzelausstellung in Lübeck dotierten Possehl-Preis für Internationale Kunst 2025. Die feierliche Preisverleihung und die Ausstellungseröffnung finden am 27. September 2025 in Anwesenheit der Künstlerin in der Kunsthalle St. Annen in Lübeck statt.
Mit zwei bekannten Filmtiteln kommen die neuesten Schauen in der großen Halle der Deichtorhallen gegen Ende des Jahres daher. Während „High Noon“ den Moment bezeichnet, zu dem die Sonne im Zenit steht, es keinen Schatten gibt, alles gleichzeitig der unbarmherzigen Strahlung ausgesetzt ist, die alles direkt ausleuchtet und der man sich nicht entziehen kann, fällt im US-amerikanischen Western „Zwölf Uhr mittags“ von 1952 der entscheidende Schuss. Dagegen wird im Film „Blow Up“ aus dem Jahr 1966 der Mörder erst durch eine außerordentliche Vergrößerung eines Bildes sichtbar.
Anlass für ein neues Kunstprojekt im Atelier Gust war ein Gespräch mit einer Künstlerin, deren Sehkraft mehr und mehr schwindet. Sie hat lebhaft geschildert, was in diesem Erblindungsprozess passiert:
Die Kulturtanke am Holstentor lädt ein zur Jahresschau mit gesammelten Werken (2021-2024) von Lübecks kreativem Multitalent Jana Nitsch. Denn die außerordentlich talentierte Künstlerin baut nicht nur Skulpturen, sondern macht auch Musik (Troubadour), schreibt poetische Lyrik und stellt wunderschönen Schmuck her. Sie selbst sieht sich als „musizierende Poetin mit dem Hang zu wesenserschaffender Knetitation“.