„Wie hätte ich malen können, wenn ich diese Ausstellung nicht gesehen hätte?“. Mit diesem Zitat von Carl-Henning Pedersen anlässlich seines Besuches der Ausstellung "Entartete Kunst" 1939 in Frankfurt beginnt Noura Dirani ihre Einführung zur neuen Ausstellung über das dänische „Power-Kunstpaar Alfelt und Pedersen“ in der Lübecker Kunsthalle. Damit bleibt sie ihrem Anspruch treu, die Kunsthalle als Ort für Demokratiebildung, internationalen Austausch und Diskurse für alle im Rahmen von Gegenwartskunst zu öffnen und zu erweitern.
Jetzt, wo der blaue Himmel und steigende Temperaturen den beginnenden Frühling einläuten, erwacht die Lust auf Ausflüge und Touren in die Landschaft und zur Kultur. Dabei ist die alte Industriestadt Neumünster im Herzen von Schleswig-Holstein nicht unbedingt als Hotspot der aktuellen Kunstszene bekannt. Aber seit Jahren hat dort die Herbert Gerisch-Stiftung mit dem wunderbar angeschlossenen Skulpturen-Park mein Interesse geweckt.
Seit nunmehr 80 Jahren existiert in Lübeck eine Gemeinschaft von Künstlerinnen und Künstlern, die seit 1945/46 entscheidend zur kulturellen Identität der Hansestadt beigetragen hat. Ihr Credo war seit jeher künstlerische Qualität mit solidarischem Miteinander und kultureller Kontinuität anzubieten. Damit hat die Gemeinschaft es geschafft, Generationen von Künstler*innen zu prägen und kreative Netzwerke zu schaffen. Seit Jahren zeigen sie ihre neuesten Werke nun bereits im „Artler“ in der Großen Burgstraße in der Lübecker Altstadt.
Wie man aus persönlichen Krisen wunderbare Kunst zu aktuellen Problemen wie Demokratie und Macht, Freiheit und Verantwortung, Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Spaltung und anderen sozialen, politischen und philosophischen Kernfragen machen kann, zeigt die aktuelle Ausstellung „Bruchlinien-Fragile Balance“ in der Kulturtankstelle am Holstentor.
Die Libanesische Künstlerin Huguette Caland (1931-2019) ist in Europa noch ein ziemlich unbekanntes Wesen. Jetzt erhält die in Beirut geborene Künstlerin endlich die künstlerische Anerkennung in Form einer großen Retrospektive mit über 300 Werken in den Hamburger Deichtorhallen.
Zugegeben - dieses Jahr bin ich echt spät dran, aber kurz vor dem Ende der Laufzeit habe ich es doch noch nach Büdelsdorf geschafft, um den alljährlichen Pflichttermin für alle Kunstliebhaber*innen im hohen Norden wahrzunehmen. Ich hatte extra auf meine Freundin aus der Schweiz gewartet, die unbedingt mitkommen wollte. Die 26. Ausgabe der NordArt - Internationale Ausstellung zeitgenössischer Kunst im Kunstwerk Carlshütte im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf bei Rendsburg ist mittlerweile eine der größten Kunst-Schauen zeitgenössischer Kunst in Europa.
Am Samstag, den 27.09.2025 bekam die indische Medienkünstlerin Shilpa Gupta den mit 25.000 Euro dotierten Possehl-Preis 2025 für internationale Kunst und eröffnete gleichzeitig in der Kunsthalle St. Annen ihre erste umfassende Museumsausstellung in Deutschland.
Wieder einmal gibt es eine Zusammenarbeit in Sachen moderner Gegenwartskunst zwischen dem Lübecker Kunstverein, der Overbeck-Gesellschaft und der Lübecker Kunstkirche St. Petri. Unter dem Titel: „Vom Himmel gefallen“ hat die Kuratorin Paula Kommoss insgesamt sieben Künstler und Künstlerinnen eingeladen, aktuelle Werke zum Thema sowohl in den Räumlichkeiten der Overbeck-Gesellschaft, in dem Pavillon im Garten des Behnhauses wie auch im großen Kirchenraum von St. Petri zu präsentieren.
Seit vielen Jahren gehört die 1961 in Freiburg geborene Künstlerin Katharina Grosse zu den Weltstars der gegenwärtigen Kunstszene. Mit ihren radikalen, raumgreifenden in-situ-Malereien, die sowohl in Farbigkeit als auch in den Ausmaßen viele Grenzen sprengen, hat sie sich weltweit einen Namen gemacht.
Schon beim Betreten der historischen Katharinenkirche in der Lübecker Altstadt fällt auf, dass sich die sonst eher schlichten Kirchenräume verändert haben. Quer durch den eher grauen Backstein-Bau der ehemaligen Franziskanerkirche mit den einfachen braunen Kirchenbänken fällt der Blick auf die farbenfrohe Raum-Intervention, die die Possehl-Preis-Trägerin 2024, Johanna Broziat (1982) geschaffen hat.