Salvatore Sciarrinos „Luci mie traditrici“ am Theater Lübeck
Von der Gewalt der Liebe und von dem Zauber der Stille

Eine Oper im herkömmlichen Sinn ist Salvatore Sciarrinos „Luci mie traditrici“ nicht, obwohl so bezeichnet. Das macht Opernregisseurin Sandra Leupold auch unmissverständlich in der Art deutlich, wie sie das Werk inszenierte (Premiere: 16. März 2018).

Premiere im Theaterrestaurant Dülfer
Hoffentlich keine Magenverstimmung, denn "Liebe geht durch den Magen"

Wer ahnt schon, dass der umtriebige Kellner Filippo des „Il Bacio“ sich trotz des Trubels um ihn herum einsam fühlt? Er ist es leid, stets die Gäste mit seinem schönen Tenor musikalisch auf Hochtouren zu bringen, das ist ihm zu wenig.

Ein höllisch fein austarierter Strudel aus Schuld, Strafe und Vergeltung
Die Brüder Karamasow

Und wieder ein Roman als Bühnenstück: Schauspielchef Pit Holzwarth hat mit seinen bewährten Mitstreitern Werner Brenner (Ausstattung) und Willy Daum (Musikalische Leitung) Dostojewskis großen letzten Roman „Die Brüder Karamasow“ auf die Bühne des Großen Hauses gebracht – eine gelungene, gleichwohl erschöpfende Inszenierung.

William Shakespeares Rezept in den Kammerspielen emanzipatorisch gefiltert
Wie heutzutage eine widerspenstige Frau zu zähmen ist

Unbotmäßige Frauen soll es schon lange geben. Ist man Mann, denkt man da mitleidsvoll an den armen Sokrates und dessen Xanthippe. Bei der anrüchigen Geschichte mit dem Nachttopf graut einem immer noch, sie wird deshalb hier nicht nacherzählt.

Mädchenraub, Bestechung und weitere Delikte ...
... arrangiert vom Barbier von Sevilla und am Theater Lübeck aufgetischt in Comics und mit viel Gesang

An einem Abend Premiere mit Rossinis „Barbier von Sevilla“, am nächsten eine mit Verdis „Maskenball“ in Kiel – der Italiener Pier Francesco Maestrini ist mit seinen unkonventionellen Inszenierungen im Norden gut im Geschäft.

Praxistraining mit „Faust“ – ein Opernprojekt an Lübecks Musikhochschule

„Faust – ein Singspiel“ nannte die Musikhochschule Lübeck ihr neuestes Praxisprojekt für und mit Studenten, die „das Große aller Zeiten“ auf die Bretter, „die die Welt bedeuten“, bringen wollen.

Dussel und Schussel – ein Kindertheaterstück der besonderen Art
Angst vor dem eigenen Schatten?

Ich stand wohl schon ein Weilchen versunken auf der Treppe zu einer Haustür auf der Altstadtinsel, bis ich den Bewohner hinter mir bemerkte – er wollte hinein, in sein Haus. Ein Plakat an seiner Tür hatte mich angelächelt, verzaubert und offensichtlich auch gleich taub gemacht. "Dussel und Schussel – eine clowneske Reise für Menschen ab 6 Jahren" wurde hier angekündigt – auf einem besonders liebevoll illustrierten Plakat.

Wiederaufnahme im Großen Haus – „Sunset Boulevard“
Verlust des vermeintlichen Lebensglücks eines Stars

Verdammt wenig, was sich verändert hat seit den 40er Jahren, als Billy Wilder sich entschlossen hat, das verlogene Hollywood anzuprangern, indem er „Boulevard der Dämmerung“ filmisch umsetzte.

Die Geschichte vom Lotzenpotz oder Plotzenhotz oder Potzenlotz oder wie auch immer – jedenfalls am Theater Lübeck

10 Uhr, morgens, ist das zu früh fürs Theater? Möglich, aber nicht für den Räuber Hotzenplotz.

Zur Inszenierung von Grillparzers „Medea oder Das goldene Vlies“
Liebe – „ein schöner Name für eine fluchenswerte Sache!“

Medea ist eine der großen Frauenfiguren in der griechischen Mythologie. Stolz ist sie und einflussreich, als Königstocher, als Priesterin und vermeintliche Zauberin. Bedingungslos liebt sie, aber grausam ist sie, wenn sie seelisch verletzt wird. In ihrem Leid tötete sie ihre Kinder.