Seit Jahren feiern die Theater-Stücke über allerlei Musikergrößen aus Pop und Rock, wie unter anderem Rio Reiser, Sting, Bruce Springsteen, Neal Young oder Patti Smith große Erfolge am Lübecker Theater. Unter der Regie von Knut Winkmann und seinem Team wie dem musikalischem Leiter Willy Daum und der Band mit Urs Benterbusch, Jonathan Göring und Peter Imig gelang am Freitag ein weiterer großer Wurf.
Das Theater Lübeck hat mit dem vor 36 Jahren uraufgeführten Musical-Schauspiel "The Black Rider" einen großen Coup gelandet. Besetzung, Bühnenbild und Musik ergänzen sich zu einem bunten Gesamtkunstwerk, auch wenn der Plot ein teuflisch abgründiges Bild der Gesellschaft darstellt.
Zu Beginn des amüsant-nachdenklichen Theaterabends in den Lübecker Kammerspielen stehen drei Schauspieler*innen (Luisa Böse, Anna-Lena Hitzfeld und Jakob Tögel) bis zu den Knien in schwarzen Maurer-Bütten und bewegen ihre Körper leicht im Wind vor dem noch geschlossenen Vorhang. Sie stellen die typisch beschnittenen Olivenbäume da, wie sie gerne im Sommer in Fußgängerzonen oder vor griechischen Restaurants stehen.
Mit der „Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann gelang dem Korona-Theater aus Leipzig bereits ein großer Wurf aus Schauspiel, Puppentheater und Musik. Mit dem Stück gastierten sie auch in Lübeck im Hansemuseum, das während des Umbaus des Kolk 17 Figurentheaters als Ausweich-Spielstätte diente. Jetzt waren die Schauspieler und Musiker aus Leipzig und Halle wieder in Lübeck, um im Kolk im neuen Saal des Puppentheaters mit „Gundermann - Engel über dem Revier“ eine gefeierte Inszenierung zu zeigen.
Es ist eine wundersame Welt, die der zweiten Inszenierung am Theater Lübeck (Premiere: 15.11.2025) zugrunde liegt. Um den Optimismus als Lebenselixier geht es, aber außer Katastrophen, menschlichen wie natürlichen, hält sie nichts bereit. Erfunden hat sie François-Marie Arouet (1694-1778), ein streitbarer französischer Schriftsteller, Philosoph und Historiker, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Voltaire.
115 Jahre Bühnenleben hat „Der Rosenkavalier“ hinter sich. Oft ist er zu sehen, mal hier, mal dort, mal pornografisch angehaucht, mal mit Tränen in den Augen wegen angeblicher Endzeitstimmung. Diesmal, scheint es, hatte sich das Theater entschieden, sich auf die Anfänge zu besinnen. Der Grund mag sein, dass Lübecks Theater 1908 nach Entwürfen des Dresdner Jugendstilarchitekten Martin Dülfer (1859-1942) entstanden war, beide, der „Rosenkavalier" und das Haus, also nahezu gleichaltrig sind. Immer noch ist die Hansestadt stolz auf das anregende Jugendstilhaus, in dem bereits im Uraufführungsjahr der „Rosenkavalier“ nachgespielt wurde.
Vom ersten Programmheft dieser Spielzeit grinst den Besucher ein bärtiger Kahlkopf an. Zwei rote Hörner hat er und den Mund halbseitig geöffnet. Ist das ein Verwandter von Mephisto oder doch eher ein durchtriebener Satyr? Denn in Kiel steht seit dem 4. Oktober 2025 Giacomo Puccinis Dreigespann von Operneinaktern auf der Bühne, das Triptychon, das in der Originalsprache „Il Trittico“ heißt.
Das Lübecker Publikum, mit großem Tanztheater nicht gerade verwöhnt, darf sich wieder einmal an den Tanzkünsten des Kieler Balletts erfreuen. Nun war es „Giselle“, die Tanzschöpfung, die den Ruf hat, eine der anspruchsvollsten im Bereich der klassischen Tanzkunst zu sein.
Zunächst das Wort zum Sonntag: In der aktuellen Produktion werden Farben und Facetten gnadenlos zusammengestrichen. Wenig geschieht hier im Zwischenraum der Extreme von schwarz und rot, verrucht und brutal.