Carl Maria von Weberns „Freischütz“ wirft man gern vor, fast vorwurfsvoll, dass er Prototyp deutscher Romantik sei. Alles bei ihm, das böhmische Ambiente der Opernhandlung und sein geheimnisvoll-düsteres Waldesdickicht, die tiefen Schluchten und der okkulte Anstrich mitsamt Kugelzauber sei typisch deutsch, typisch auch, dass man sich eine Braut „erschießt“, mit allen Konsequenzen.
KOLK 17 Figurentheater & Museum widmet sich Figurentheater in all seinen Facetten. Doch viel facettenreicher sind die Menschen, auf deren Besuch wir uns nach der kommenden Wiedereröffnung freuen. Sie alle haben unterschiedliche Bedürfnisse an einen Theater- oder Museumsbesuch. Viele dieser Bedürfnisse standen vor dem Umbau noch nicht genügend im Fokus der Aufmerksamkeit.
Merkwürdig ist schon, dass in dieser Spielzeit alle drei der nördlichen Opernhäuser eine „Bohème“ inszenierten. Schwerin und Kiel eröffneten damit die Saison, Lübeck setzt sie ans Ende.
Die Oper Kiel wirbt für ihre neueste Inszenierung mit einem merkwürdigen Plakat. „Aschenputtel“ ist darauf in großen Lettern zu lesen. Nur beim Herantreten entdeckt man über dem „A“ und dem „s“, dem Tritonus der ersten beiden Lettern, als Winzling „Gioachino Rossini“. Was er komponiert hat, „La cenerentola“, füllt die Zeile darunter nicht einmal halb und ist ebenfalls entsprechend klein gedruckt.
Der Schriftsteller Daniel Kehlmann ist zur Zeit in Lübeck in aller Munde. Zunächst war er vor Kurzem in der Gollan-Kulturwerft zu Gast, um aus seinem neuen Roman „Lichtspiel“ zu lesen. Jetzt gastierte das TheaterKorona aus Leipzig auf Einladung des "KOLK 17 Figurentheater & Museum“ mit einer freien Bearbeitung des berühmten Romans „Die Vermessung der Welt“ von Kehlmann im Hansemuseum.
Wenn ein Opernhaus Gaetano Donizettis „Die Regimentstochter“ im Jahresprogramm verzeichnet, wird man als Leser erst einmal schlucken. Wie wohl diese so wohlklingende Kasernenhofklamotte von 1840 in unserer Zeit aufzubereiten wäre, hinterlässt ein großes Fragezeichen auf der Stirn. Jetzt, genau am 8. März 2024, konnte man sich überzeugen, dass eine Opéra-comique auch mit dem Grauen spielen kann. So aufbereitet hatte sie in Lübeck grandiosen Premieren-Erfolg.
Am Samstag den 16. März findet in Lübeck die letzte Aufführung des faszinierenden Theaterstücks "Die Vermessung der Welt" des TheaterKorona aus Leipzig statt. Diese außergewöhnliche Inszenierung entführt das Publikum auf eine Reise um die Welt, in der die Vermessung nicht nur geografische Dimensionen, sondern auch die der menschlichen Seele erforscht.
Kolk 17 Figurentheater & Museum präsentiert mit "Pique Dame", gespielt vom Hermannshoftheater aus Wümme, ein fesselndes Theaterstück, das die Zuschauer in die faszinierende Welt der Oper und des Figurenspiels entführt. Das Stück basiert auf der gleichnamigen Oper von Alexander S. Puschkin und bringt die zeitlose Geschichte von Liebe, Leidenschaft und Schicksal auf die Bühne. "Pique Dame" sehen Sie am Freitag, 8. März um 19:30 im Europäischen Hansemuseum.
Die Inszenierung "Birds on Strings" des Figurentheater Rosenfisch aus Aachen entführt das Publikum in eine faszinierende Welt, in der Klang und Figurenspiel miteinander verschmelzen. Die Aufführung verbindet Figurentheater und Musik, Literatur und bildende Kunst in einer "Suite für Vögel und Cello". KOLK 17 Figurentheater & Museum zeigt "Birds on Strings" am 1. März um 19:30 im Europäischen Hansemuseum.
Lübecks Theaterheft hatte uns informiert, dass es für diese Saison wieder eine „Elektra“ geben würde. Lange schon, seit 2001 und 2012, sind die letzten beiden Inszenierungen in Lübeck Geschichte, wie auch die beiden GMDs, die sie verantwortet hatten. Ist es Zufall, dass beide Richard Strauss‘ atemnehmende Vertonung für ihren Abgesang genutzt hatten? Kein Zufall ist, dass für die diesjährige Inszenierung, Premiere am 27. Januar 2024, Brigitte Fassbaender für die Regie gewonnen werden konnte. Ihr wird eine besondere Wertschätzung entgegengebracht. Eine neue „Elektra“ war fällig, zu der man sich diese Regisseurin herbeiwünschte.