Irgendwie keck ist es, wenn Lübecker in Scharen in Hamburg einfallen, um zusammen mit ihren Philharmonikern Johannes Brahms, im Hamburger Gängeviertel geboren, in der wundersamen Elbphilharmonie zu zelebrieren, in einem Gebäude, das der Elbmetropole zum Wahrzeichen wurde.
Mit herzlichem Applaus, wie einen alten Bekannten begrüßte das Lübecker Publikum nicht nur die Elbphilharmoniker, die zu ihrem zweiten Konzert in dieser Saison (13. Oktober 2018) in die MuK gekommen waren. Gleiches wiederfuhr auch Alan Gilbert, dem Dirigenten des Abends.
Nun beginnt sie wieder, die Fahndung nach einem neuen Generalmusikdirektor. Vakant ist der Posten seit Ende der Spielzeit 2016/17. Da hatte Ryusuke Numajiri seinen Vertrag vorzeitig gekündigt. Ein erster Anlauf, einen Nachfolger zu finden, scheiterte auf merkwürdige Art an nachträglich unerfüllbaren Forderungen des Erkorenen. Nur hatte man sich zu früh auf ihn fixiert und die anderen waren futsch.
Das traurigste Lied zuerst. Sagt Nina Müller zu Beginn und zur Begrüßung des ersten von zwei kurzen Konzerten an, die sie und ihre Partnerin Laila Nysten a.k.a. "Poems For Jamiro" am Abend der Museumsnacht '18 auf der Bühne Krähenteich spielen.
Während sich die finalen SHMF-Höhepunkte in Lübeck und Kiel den Rang ablaufen, findet gleichzeitig in Hamburg ein Jazzkonzert der absoluten Extraklasse statt.
An drei aufeinander folgenden Tagen feierte das SHMF mit aller Wucht ausschließlich Werke des diesjährigen im Zentrum stehenden Komponisten Robert Schumann.
Er ist als der Sänger bekannt, der stets gute Laune verbreitet. Manchmal gibt er dem Affen reichlich Zucker, aber bei seinem Liederabend des SHMF in der Lübecker MuK ist er äußerst diszipliniert und bringt seinen beachtenswerten Tenor nach allen Regeln der Gesangskunst zum Erblühen. Wie vielschichtig sein Können ist, erschließt sich in diesem Konzert.