Dass ein Figurentheater-Festival nicht nur für Erwachsene da ist, beweisen die Aufführungen für Kinder an den Nachmittagen. Ute Kahmann führte das bezaubernde Märchen von Prinzessin Allerleirauh auf, eine Tischfiguren-Inszenierung nach den Gebrüdern Grimm.
Pit Holzwarth, Lübecks Schauspieldirektor, inszeniert gern, vor allem Shakespeare. Diese Spielzeit ließ er mit dem Kaufmann von Venedig beginnen, ein Stück, dessen Zentralfigur Shylock immer wieder in ihrer Bedeutung hinterfragt wird. Holzwarth lässt an seiner Deutung nicht lange zweifeln. Mit seiner Tochter Jessica auf dem Schoß sitzt Shylock reglos auf einem Stuhl. Die lodernden Flammen machen klar: Das ist ein höllisches Plätzchen.
Die Eröffnungsveranstaltung des 4. Figurentheaterfestivals am Samstag, den 1. Oktober 2016 wurde in diesem Jahr von dem "Stuffed Puppet Theatre" aus den Niederlanden bestritten.
Wieder einmal macht das Kieler Theater den Lübeckern bewusst, wie sehr hier das Ballett vermisst wird. Das zeichnet sich besonders ab, weil der Kieler Choreograph Yaroslav Ivanenko dank seiner Truppe Beachtliches auf die Füße stellt.
War die Wahl von Ariadne auf Naxos zur Eröffnung der Spielzeit am Theater Lübeck wirklich klug? Sie ist sicher eine der ambitioniertesten Opern. Das bestätigt das wieder einmal gut gelungene Programmheft.
Eine Herzensangelegenheit sei dieses Stück, leitet Gabriele Pott die Uraufführung ihrer Jugend-Oper Gestrandet ein. Ja, das spürt, hört und sieht man in jedem Moment dieses starken, berührenden und hochaktuellen Werkes.
Wer denn meint, von der Operette Polenblut bisher nichts gehört zu haben, irrt. Die Besucher dieses Stückes horchen bei einigen Melodien auf, um festzustellen, dass sie ihnen absolut vertraut sind. Die schmissige Aussage: So lang's noch solche Frauen gibt und Mädel, Dich hat mir die Glücksfee gebracht, verführen zum Mitsingen und sind geläufig.
Träumst Du von Lübeck, denkst Du an das Holstentor und an Marzipan. Das empfinden die Librettisten dieses Stückes Nicole Felden und Heiko Woltersdorf genauso.
Peter Konwitschny ist ein viel beachteter Regisseur, ihn nach Lübeck zu holen eine kleine Sensation. Möglich wurde das durch eine Koproduktion mit dem Theater an der Wien und durch die persönliche Begegnung von Lübecks GMD Ryusuke Numajiri mit ihm in Japan.