Arcanum, Foto: Hildegard Przybyla

JazzBaltica 2026
Zeitgenössischer Jazz auf der Maritim MainStage

Wie in den Jahren zuvor hat der künstlerische Leiter der JazzBaltica, Nils Landgren auch 2026 wieder Musiker aus der ganzen Welt zu einem berauschenden Festivalwochenende nach Timmendorfer Strand eingeladen und alle sind gekommen. Nicht nur in dem schon immer hoch temperierten Hauptsaal des Maritim sondern auch auf vielen Plätzen im Kurpark finden ungezählte Jazz-Events statt.

Zu den ganz besonderen Auftritten gehört die von Nils Landgren so bezeichnete Supergroup Arcanum. Diese Band existiert seit etwa drei Jahren und bildet mit ihren vier nordischen Musikern eine hochinnovativ, experimentelle Formation. Sie spielen eigene Kompositionen aller Mitglieder, wobei sie frei virtuos improvisieren. Arve Henriksen an der Trompete, Markku Ounaskari am Schlagzeug, Trygve Seim mit dem Saxophon und Anders Jormin am Bass zählen auch einzeln zu den bedeutendsten Jazzern unserer Zeit.

Peter Gall Quintet, Foto: Hildegard PrzybylaPeter Gall Quintet, Foto: Hildegard Przybyla

Im zweiten Set dieses Nachmittags präsentiert sich der Schlagzeuger Peter Gall mit seinem Quintett. Er ist ein profilierter deutscher Schlagzeuger und als solcher auch Komponist und Bandleader. Saxophon, Gitarre, Klavier, Bass und Synthesizer begleiten den zurückhaltend sphärisch auftretenden Drummer und Bandleader Peter Gall in ergreifender Weise. Selbst die Synthesizer trumpfen nicht betäubend wie üblich auf, sondern unterstützen die einheitlich kompakte Klangatmosphäre. Die Band präsentiert Peter Galls jüngste Kompositionen aus seinem Album "Love Avatar". Hier spüren die Zuhörer das ergreifend subtile Zusammenspiel der Formation. So manch eine/r sagt zum Abschluss, dies sei das schönste Schlagzeugkonzert gewesen, das sie/er je gehört habe.

Auf keiner JazzBaltica darf ein Auftritt der NDR Bigband fehlen. In diesem Jahr wird deren Konzert von der neu ins Amt gehobenen Chefdirigentin Nikki Iles aus Dänemark geleitet. Das persönlich von ihr aufgelegte Programm "The Shadow of a Dream" befasst sich musikalisch mit Reflexionen über Themen unserer Gegenwart. Sie erklärt: "Ich habe mich auf Themen der Einheit konzentriert – darauf, wie wichtig es ist, trotz der Herausforderungen, die uns begegnen, Emphatie zu bewahren und einen gemeinsamen Boden zu finden. Das gemeinsame Musizieren schenkt mir Hoffnung für unsere gemeinsame Menschlichkeit und erinnert mich daran, dass wir keine Angst vor Träumen haben dürfen."

Die NDR BigBand unter Leitung von Nikki Iles, Foto: Hildegard PrzybylaDie NDR BigBand unter Leitung von Nikki Iles, Foto: Hildegard Przybyla

Das Orchester füllt diese Träume mit Leben und lässt nahezu gegenständlich einzelne Hoffnungsschimmer durchklingen. Nicht wie gewohnt jazzig abstrakt, sondern sensibel verbindend lässt sich die Band von ihrer Dirigentin, aufgelockert durch zahlreiche Soloauftritte, durch die dunklen und hellen Sounds dieser turbulenten Welt führen. Die hoch professionell besetzte Band lässt keine Wünsche offen, sie wird bei kräftezehrender Hitze mit heftigem Applaus verabschiedet.


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