Die brasilianische Jazzlegende Ivan Lins eröffnete das Festival JazzBaltica in Timmendorfer Strand mit einem Sonderkonzert. Seine Lieder sind weltbekannt und werden immer wieder von anderen Stars wie Quincy Jones, Sting oder Barbara Streisand aufgenommen.
Er hat spürbar immer große Freude am gemeinsamen Klang mit anderen Bands oder unterschiedlichen Chormitgliedern. Sein Gesang wie auch Scat wirken inspirierend auf alle Anwesenden, Musiker und Musikerinnen und insbesondere auch auf das Publikum. Seit mehr als fünfzig Jahren hat er unzählige Alben aufgenommen und sich damit weltweit populär gemacht. Seine Texte sind landessprachlich im Portugiesischen verfasst, wobei Quincy Jones es ihm ermöglichte, seine Texte im Englischen für ihn zu schreiben. Immer ist er ein gefragter Gast auf Alben anderer Künstler und Künstlerinnen. Er lebt sowohl in Rio de Janeiro als auch in Lissabon.
An diesem Abend wird er von der Danish Radio Big Band sowie der renommierten Vokalgruppe New York Voices, bestehend aus jeweils zwei Sängern und Sängerinnen, begleitet. Der Conductor der Band, Ralf Schmid, schenkt den ausschließlich von Ivan Lins stammenden Liedern bei aller Energie einer Jazzband viel Feingefühl. Rhythmisch wechseln die Lieder zwischen Samba, Bossa Nova und brasilianischem Pop und Jazz. Gleich zu Beginn imitiert die Band zur Einleitung zarteste Töne von Vogelstimmen und zieht das Publikum so in seinen Bann für die darauf folgenden kräftigen Klänge.
Ivan Lins, New York Voices und die Danish Radio Big Band unter Leitung von Ralph Schmid, Foto: (c) Felix König
Die New Yorker Vokalgruppe unterstützt den Gesang des großen Meisters mit großen Stimmen, immer mit dem nötigen Feingefühl und einzigartiger Zurückhaltung. Klanglich rundet sie den weniger melodiösen Gesang von Ivan Lins mit angenehm inspirierender Lebensfreude ab.
Überall schimmert bei Ivan Lins ein wenig brasilianische Folklore durch. Die Texte seiner Stücke sind zwar nicht immer verständlich, aber die darin steckende Sinnlichkeit und Melancholie wird für die Zuhörer deutlich spürbar. Er besingt die Liebe, menschliche Beziehungen ganz allgemein sowie auch politische Botschaften mit Gesellschaftskritik. Gleichzeitig bedient er ganz vorsichtig das vor ihm aufgebaute Keyboard, kaum hörbar neben dem prägenden Sound der Big Band.
Zum krönenden Abschluss dieses Konzertes tritt auch der Künstlerische Leiter der JazzBaltica Nils Landgren mit seiner roten Posaune auf die Bühne, spielt und singt allein mit Ivan Lins ein emotional ergreifendes Lied im Duett. Im großen Finale singt Nils Landgren launig inmitten der New Yorker Vokalgruppe, die BigBand verabschiedet sich in der ihr eigenen Art, erst einzeln intonierend und dann mit voller Kraft. Insgesamt ein gelungener Start ins Festival.
Fotos: Hildegard Przybyla









