Mutter (c) Meteoriit

58. Nordische Filmtage
"Mutter"

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Dieser estnische Film zeigt die Beziehungen in einer Familie. Die Mutter und der Vater sind schon älter, der Sohn Lauri ist mittlerweile berufstätig. Normalerweise arbeitet er als Lehrer. Zum Zeitpunkt des Filmes kann er das aber gerade nicht, weil er angeschossen wurde und im Koma liegt. Die Mutter versorgt ihn, die Krankenschwester kommt für die Krankengymnastik und die halbe Stadt kommt zu Besuch. Alle reden mit ihm, aber keiner erwartet ernsthaft, dass er antwortet. Wenn er erzählen könnte, was ihm erzählt wurde und was er erlebt hat, würde das für manche Leute wohl ziemlich peinlich werden.

Die Atmosphäre im Haus ist ziemlich bedrückend, weil die Mutter den ganzen Tag zuhause ist, Lauri wäscht und alles mit ihm macht, was man mit im Koma liegenden Menschen macht, damit aber eigentlich nicht zufrieden ist. Wenn der Vater dann auch endlich nach Hause kommt, setzt er sich direkt vor den Fernseher und lässt sich bedienen. Jeder, der zu Besuch kommt, fühlt sich von der Fürsorglichkeit der Mutter ein bisschen gestört und hätte seine Zeit lieber alleine mit Lauri verbracht. Die Suche nach dem Geld, das er abgehoben hat, bevor er angeschossen wurde, wirkt sehr hektisch und jeder, der danach sucht, will es unbemerkt von den anderen finden und es für sich haben.

Während die anderen Lauri also eine Menge erzählen, hört dieser jedoch zu. Das zeigt er u. a. mit Augenzwinkern. Alleine deshalb lohnt es sich, den Film anzugucken.

(Lissa ist im Team der Jungschreiber, die in diesem Jahr erstmalig für Unser Lübeck über die Filmtage berichten. Lissa ist 17 Jahre alt.)

Mutter/Ema/Mother
Estland 2016
Regie: Kadri Kousaar
Darsteller: Tiina Mälberg, Andres Tabun, Andres Noormets, Siim Maaten

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