Tom Smith - Editors

Open Air Konzert
Editors im Hamburger Stadtpark

Holger KistenmacherVon

Endlich gibt es wieder Freiluftkonzerte im lauschigen Hamburger Stadtpark. Wie üblich machte Lotto King Karl den Auftakt, was einem allgemeinen Biertrinken an frischer Luft mit lustiger Musikbegleitung gleichkam. Dann waren die englischen Independent-Rocker von Editor am Start.

Bei ziemlich launigem Wetter mit Windböen, Regenschauern und Temperaturen um die 12 Grad war es eigentlich nicht so das größte Vergnügen. Aber das gut präparierte Publikum, mit Ostfriesennerz, Plastiktüten mit Armlöchern und anderen kreativen Wasser-abweisenden Bekleidungsalternativen trotzte dem fiesen Wetter und bekam wunderbar was auf die Ohren.

Eingeleitet wurde der Abend von der deutsch-kanadischen Band Monakko, die stolz, aber auch leicht nervös vor ihrem ersten Auftritt im heimischen Stadtpark einige schmissige Folk-Rock-Nummern vortragen durfte. Zwar verhaspelte sich der Sänger dabei einmal, was aber durch wunderbare Gitarren-Soli wieder wettgemacht wurde.

Dann kamen mit zweijähriger Verspätung die Wave-Punk-Rocker von den Editors auf die Bühne. Sie präsentierten dem Text-sicherem Publikum einen bunten Strauss ihrer bekanntesten Nummern, die sie aktuell auf ihr Best-of Album „Black Gold“ gepackt hatten. Seit 15 Jahren sind die Independent-Rocker mit ihrer Gitarren- und Synthesizer-lastigen Musik mittlerweile unterwegs. Anfänglich viel verglichen mit Bands wie Joy Devision, den frühen REM oder Interpol, begannen die Männer um den charismatischen Frontman Tom Smith, sich rasch frei zu schwimmen.

Editors im Hamburger StadtparkEditors im Hamburger Stadtpark

Natürlich wurden die Indie-Rocker von ihrer Plattenfirma als Gegenpol zu den Killers, Franz Ferdinand und Co vermarktet, aber ihr eigener Sound zwischen Postpunk und Wave überzeugte die Fans. Im verregneten Stadtpark brachten sie u.a. ihre düsteren Songs „Heart Attack“, „Blood“, „Violence“ oder „Frankenstein“ zu Gehör. Mit sehr tanzbaren Intros der harten rhythmischen Art begannen die meisten Stücke, die textsicher von den Fans mitgegrölt werden durften.

Mal am Klavier, mal mit Gitarre oder als frei schwebender Ausdruckstänzer turnte Sänger Smith über die Bühne und ließ sich auch von Regenschauern nicht abhalten, die hartgesottenen Fans prächtig zu unterhalten. Unterstützt von dem exzellenten Gitarristen Justin Lockey, Elliott Williams an Synthesizern, Russell Leetch am Bass und Ed Lay an den Drums wurden insgesamt 17 Songs vorgetragen, (zum Beispiel das herrliche Papillon oder Kiss), bevor es im Zugabeteil noch drei weitere Nummern zu hören gab: „Munich, Smokers outside the Hospital Doors und No Sound but the Wind“. 

Endlich wieder Open Air Konzerte im Hamburger Stadtpark.Endlich wieder Open Air Konzerte im Hamburger Stadtpark.

Obwohl es eine nass-kalte Geschichte war, machte das wunderbare Konzert Lust auf die folgende Stadtpark-Saison, wo noch diverse große Namen wie The National, Iggy Pop, Patti Smith, Sting, Kaleo, Herbie Hancock, War on Drugs oder Fat Freddy´s Drop auf der Liste stehen. Hingehen lohnt also immer. Und die Hoffnung auf einen schönen Sommer mit lauschigen Temperaturen und ohne Corona-Wahn ist groß.

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Fotos: (c) Holger Kistenmacher

Holger Kistenmacher
Holger Kistenmacher
Jahrgang 1956, freischaffender Journalist seit gut 25 Jahren, studierter Realschullehrer, praktizierender psychosozialer Betreuer, ambitionierter Fotograf und Kulturschreiber mit den Fachgebieten: Moderne Gegenwartskunst, Literatur, Musik zwischen Jazz und Rock, Nordische Filme, Moderner Tanz. Weltenbummler und Reisejournalist.
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