Nataliya Abryutina, Dirigentin, Foto: (c) Emil Matveev

Musikhochschule Lübeck
Masterprüfung mit „Buxtehude - Pärt - Schubert“

Zu einem Chor- und Orchesterkonzert mit Werken von Buxtehude, Schubert und Pärt lädt die Musikhochschule Lübeck (MHL) am Dienstag, 30. Juni um 19.30 Uhr nach St. Jakobi ein. Masterstudentin Nataliya Abryutina stellt sich dabei im Rahmen ihrer Abschlussprüfung Kirchenmusik A als Dirigentin vor.

MHL-Studentin Nataliya Abryutina legt mit dem Konzert ihre Chor- und Orchesterleitungsprüfung für den Master Kirchenmusik ab. Es musizieren ein Chor und Orchester der MHL. Als Solisten singen unter anderen Sophie Meier und Charlotte Scheibe (Sopran), Lina-Sophie Witte (Alt), Bingyu He (Tenor) und Christian Nungesser (Bass).

Die 33-Jährige dirigiert Dieterich Buxtehudes Kantate „Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen Jesu“, ein Text, der sie als Motto für das Leben eines gläubigen Menschen besonders stark berührt. Die Kantate wird als Buxtehudes populärstes Vokalwerk zu seinen Lebzeiten eingeschätzt und man vermutet, dass er ihre Botschaft direkt an Lübecks Bürgerschaft gerichtet und sie als Segen für den bürgerlichen Handel komponiert haben könnte.

Christian Nungesser, Bass, Foto: (c) MHLChristian Nungesser, Bass, Foto: (c) MHL

Auf dem Programm steht weiterhin das Stabat Mater von Arvo Pärt, der zu den bedeutendsten lebenden Komponisten Neuer Musik zählt. „Für mich ist er nicht nur ein bedeutender Musiker, sondern auch ein großer Denker“, sagt die junge Dirigentin: „Das Stabat Mater ist ein Werk mit stark meditativem Charakter, das besondere Konzentration, Hingabe und innere Sammlung verlangt. Die moderne Tonsprache und Rhythmik ist dabei eine echte Herausforderung – sowohl für die Ausführenden als auch für die musikalische Leitung.“

Weiterhin ist Schuberts Messe in Dur für Soli, Chor und Orchester zu hören.

Zu ihrem Auftritt sagt Abryutina: „Dirigieren beinhaltet hohe und vielseitige Anforderungen: Es verlangt ein breites musikalisches Wissen und kommunikative Fähigkeiten, organisatorisches Geschick und menschliche und künstlerische Reife. Die technischen und motorischen Abläufe sind komplex und müssen so sicher beherrscht werden, dass sie der musikalischen Aussage nicht im Weg stehen. Erst dann kann ich als Dirigentin meine musikalischen Vorstellungen und kreativen Ideen überzeugend an das Ensemble vermitteln.“

Chorleitung studierte Abryutina an der MHL bei Prof. Johannes Knecht und Orchesterleitung bei Frank Hube. Sie wuchs in Moskau auf, wo sie am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium Orgel, Musikwissenschaft und Komposition studierte. Parallel zum Studium unterrichtete sie bereits Musikgeschichte und arbeitete als Musikredakteurin im Bolschoi-Theater. Seit 2020 in Deutschland ist sie in Deutschland, wo sie zunächst Konzertfach Orgel bei Prof. Arvid Gast studierte, im Anschluss Bachelor und Master Kirchenmusik, den sie nun mit dem Prüfungskonzert abschließt. Seit 2023 ist Abryutina zudem kirchenmusikalische Assistentin am Lübecker Dom und an der St. Marienkirche.

Wie Abryutina den jungen MHL-Ensembles ihre musikalischen Vorstellungen und kreativen Ideen vermittelt, ist beim Konzert am 30. Juni um 19:30 Uhr in St. Jakobi nachzuhören. Der Eintritt ist frei.


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