Zauberoper Alcina, Ensemble der MHL, Foto: Maximilian Busch

Musikhochschule Lübeck
MHL-Studierende präsentieren Zauberoper „Alcina“ unter Regie von Simone Kermes

Erstmals ist die international renommierte Sängerin Simone Kermes als Regisseurin zu erleben. Studierende verschiedener Gesangsklassen der Musikhochschule Lübeck (MHL) bringen unter ihrer Regie und musikalischer Leitung von Andreas Küppers Händels Meisterwerk „Alcina“ in Bad Oldesloe und Lübeck auf die Bühne.

Zwölf Gesangsstudierende der MHL und ein Barockorchester unter Leitung des Gastdirigenten Andreas Küppers und Regie von Simone Kermes bringen Händels Zauberoper „Alcina“ am Samstag, 30. Mai um 19 Uhr und am Sonntag, 31. Mai um 17 Uhr im KUB sowie am 6. Juni um 19.30 Uhr und am 7. Juni um 17 Uhr in der MHL zur Aufführung. Händels „Alcina“ gehört zu den eindrucksvollsten Opern des Barock. Das 1735 im Londoner Covent Garden uraufgeführte „Dramma per musica“ erzählt die Geschichte einer Zauberin, die Männer mit magischen Kräften an sich bindet – und die am Ende an der Macht der wahren Liebe scheitert. Händel arbeitet dabei mit einer fast verschwenderischen Fülle an Melodien, Affekten, Farben und Orchesterklängen, die vom Barockensemble unter Leitung von Andreas Küppers in historischer Stimmung dargeboten werden. Sogar eine Uraufführung steckt in der Neuinszenierung für Bad Oldesloe und Lübeck: Der Autor und Texter Oliver Spiecker schrieb dafür eigens deutsche Dialoge, die die üblichen Rezitative ersetzen und die gesungenen Passagen auf erfrischende und humorvolle Weise neu miteinander verbinden. Einstudiert von Prof. Robert Roche, werden die Studierenden ihre Arien und Ensembles in italienischer Sprache präsentieren.

Mit minimalistischer Ausstattung, in der nur zehn Matratzen sämtliche Funktionen des Bühnenbildes übernehmen, will Kermes „Alcina“ bildstark und poetisch in Szene setzen. Der Clou dieser Inszenierung aber sind die wertvollen Kostüme, die die Sängerin mitbringt und die sie im Laufe ihrer Karriere selbst auf der Bühne getragen hat. „Allein mein Kostüm für die ‚Königin der Nacht‘ ist 36.000 Euro wert“, berichtet Kermes begeistert von den Stoffen und Farben, die ihr im Laufe ihrer internationalen Karriere auf den Leib geschneidert wurden: „Meine Kostüme gehen in die Hände der jungen Sängerinnen und Sänger über und tragen dabei meine Bühnengeschichte in sich. Sie symbolisieren für mich einen künstlerischen Übergang und mein Vertrauen in die nächste Generation.“

Für Simone Kermes bedeutet diese Produktion nicht nur die Rückkehr zu Händels Musik, die sie seit Beginn ihrer Laufbahn begleitet hat, sondern auch einen ganz persönlichen Schritt: Sie übernimmt erstmals die Regie und verbindet dabei ihre langjährige Erfahrung als Sängerin mit der neuen Rolle als Regisseurin. Besonders begeistert ist sie von der Zusammenarbeit mit den Gesangsstudierenden der MHL, die mit ihrer Ungezwungenheit und Neugier der Musik neuen Ausdruck verleihen.

Sängerin Simone Kermes übernimmt erstmals die Regie, Foto: (c) Sandra LudewigSängerin Simone Kermes übernimmt erstmals die Regie, Foto: (c) Sandra Ludewig

Die Aufführung von Händels Alcina in Lübeck bietet Gelegenheit junge Stimmen am Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn in einer ungewöhnlichen Inszenierung zu erleben. Karten sind unter www.kub-badoldesloe.de und www.mh-luebeck.de erhältlich.

Simone Kermes blickt auf eine internationale Karriere als Sängerin. Sie ist auf zahlreichen internationalen Opernbühnen zu erleben und wird für ihre ausdrucksstarke Bühnenpräsenz und außergewöhnliche Virtuosität gefeiert. Sie ist Trägerin des Mendelssohn-Preises und des Bach-Preises und erhielt 2011 den Echo Klassik als Sängerin des Jahres. Mit „La Luce“ hat die Sopranistin gerade ihr neues, stilistisch weit gefächertes Album mit Werken unter anderem von Bernstein, Händel, Mozart, Morricone und Vivaldi herausgebracht, in dem sie barocke Opernkunst, klassische Konzertarie und filmmusikalisch geprägte Klangwelten des 20. Jahrhunderts verbindet. Neben ihrer solistischen Karriere ist Simone Kermes auch als Mentorin und Förderin der nächsten Künstlergeneration aktiv, zurzeit an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. Sie gibt weltweit Meisterkurse und engagiert sich leidenschaftlich für die Weitergabe von Wissen und Erfahrung. 2017 gründete sie das Orchester Amici Veneziani und ihre eigene Künstleragentur, Kermes Artists GmbH, die sich als Plattform zur Förderung junger Talente versteht.

Andreas Küppers ist Pianist und Spezialist für historische Tasteninstrumente. Er konzertierte mit zahlreichen Ensembles im Bereich Alte Musik wie unter anderem der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Freiburger Barockorchester, dem Balthasar-Neumann-Ensemble und arbeitete mit international renommierten Dirigenten zusammen. Regelmäßig wirkt Andreas Küppers als musikalischer Assistent von René Jacobs an internationalen Barockopern-Produktionen mit. Er war bei Opernproduktionen an renommierten Bühnen als Cembalist, Pianist und musikalischer Assistent engagiert und hatte von 2006 bis 2015 einen Lehrauftrag an der HfMDK Frankfurt.


Sie haben keine Berechtigung hier einen Kommentar zu schreiben.