Will Workman (Bruce Springsteen), Jonathan Göring

My Hometown - Late Night Special
Ein Bruce Springsteen-Liederabend

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Das hat das alt-ehrwürdige Theater in Lübeck selten erlebt. Ein Bruce Springsteen-Liederabend riss das Publikum – im wahrsten Sinne des Wortes – von den Stühlen: Standing Ovations, Begeisterungsstürme, vier Zugaben… Unter dem Titel „My Hometown – Late Night Special“ präsentiert das Lübecker Theater einen der bedeutendsten „Rock'n'Roller“ der US-amerikanischen Rockmusik: Bruce Springsteen.

Aufgewachsen in einem streng religiös-katholischen Elternhaus in Freehold, New Jersey, mit einem cholerischen Vater und einer bigotten Mutter, wurde Springsteen zum Problemkind, das in ständigem Konflikt mit Eltern und Lehrern stand. Mit etwa zehn Jahren bekam er seine erste Gitarre geschenkt. Begeistert von Country- und Westernmusik, von Roy Rogers und Hank Williams, der Rockmusik von Elvis Presley, den Rolling Stones und den Beatles, begann er, verschiedene Instrumente zu lernen. Musik wurde sein Rettungsanker. Sie war seine Möglichkeit, der kleinstädtischen Enge, der Trostlosigkeit und dem sozialen Arbeiter-Milieu in Freehold zu entfliehen. Später, als erfolgreicher Musiker, sagte er, dass er als Jugendlicher seine Heimatstadt als engstirnig und armselig empfunden habe.

Willy Daum, Will Workman (Bruce Springsteen), Jonathan Göring, Peter ImigWilly Daum, Will Workman (Bruce Springsteen), Jonathan Göring, Peter Imig

Begleitend zu seinen Lebensdaten, seinen Erfahrungen in Kindheit und Jugend (einer Stimme aus dem Off) stehen sowohl düster-melancholische als auch gesellschaftskritische Lieder im Vordergrund. Autobiographische Kindheitserinnerungen beinhalten „The River“ von 1980, „Born to Run“ und „Thunder Road“ (1975). In „My Hometown“ singt Springsteen - als achtjähriger Junge - über den Niedergang seiner Heimatstadt: Er singt von den leerstehenden Geschäften, von Kriminalität und Arbeitslosigkeit, von gescheiterten Existenzen, von Verzweiflung und verlorenen Träumen. Er singt von Leben und Tod, von Familie und Freundschaft, von Heimat und Heimatlosigkeit. Er hinterfragt den American Dream of Life, den Traum vom wirtschaftlichen Erfolg und persönlicher Freiheit. Stimmt er noch?


Will Workman (Bruce Springsteen)Will Workman (Bruce Springsteen)Gesellschaftliche Themen wie die Landflucht in den USA, der allgemeine Rassismus in den Provinzen beeinflussen andere Liedtexte. Mit einer Mischung aus Wut, der Sehnsucht nach Freiheit und Ausbruch, beschreibt Springsteen mit wehmütiger Nostalgie seine Wurzeln und drückt gleichzeitig das aus, was den Normalbürger auf den Straßen beschäftigt. Absolut sehens- und hörenswert Will Workman - in der Rolle des Bruce Springsteen. Stimmlich hervorragend forderte er das Publikum heraus, sang sich die Seele aus dem Leib. Gekonnt beherrschte er seine Instrumente wie die Geige und Akustik-Gitarre sowie die Mundharmonika. Sehens- und hörenswert auch die musikalische Leitung und die Arrangements von Willy Daum, der mit seinen Bandmitgliedern Jonathan Göring, Peter Imig sowie Licht Falk Hampel den Zuschauern tüchtig einheizte.

Eine großartige Aufführung! Ein gelungener Erfolg, der mit tosendem Beifall belohnt wurde.

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Fotos: (c) Falk von Traubenberg

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