Yulia Marfutova, Foto: (c) privat

Buddenbrookhaus Lübeck
Der 10. Debütpreis geht an Yulia Marfutova

Die Gewinnerin des 10. Debütpreises des Buddenbrookhauses steht fest: Yulia Marfutova konnte die Jury mit ihrem Roman „Der Himmel vor hundert Jahren“ überzeugen.

Zwar musste die geplante feierliche Preisverleihung im Lübecker Rathaus Anfang Dezember pandemiebedingt ausfallen und voraussichtlich aufs Frühjahr verlegt werden. Marfutova freute sich jedoch schon aus der Ferne sehr über diese schöne Auszeichnung.

Die Jury begründete ihre Entscheidung für Marfutovas Debütroman mit den Worten: „Mit dem Roman ‚Der Himmel vor hundert Jahren‘ hat Yulia Marfutova ein glänzendes Debüt vorgelegt, das in sprachlich virtuoser Form die Ereignisse in einem abgeschiedenen Dorf im russischen Reich um das Jahr 1918 schildert. Auf einzigartige Weise gelingt es der Autorin, den dort tief verwurzelten Aberglauben und erste Begegnungen mit der Wissenschaft zu verknüpfen. Historische Situation und allgemein menschliche Fragen verbinden sich zu einem sensibel und kunstvoll komponierten Werk, das die Bedeutung der Sprache und des Erzählens für das Zusammenleben auf verschiedenen Ebenen reflektiert.“

Yulia Marfutova, geboren 1988 in Moskau, studierte Germanistik und Geschichte in Berlin und promovierte in Münster. Für ihre literarischen Arbeiten erhielt sie unter anderem das Arbeitsstipendium des Berliner Senats und den GWK-Förderpreis für Literatur. Heute lebt sie in Boston.

Der Debütpreis des Buddenbrookhauses wird seit 2003 alle zwei Jahre in Erinnerung an den erfolgreichsten Debütroman der deutschen Literatur, Thomas Manns „Buddenbrooks“, verliehen. Er ist mit 2000 Euro dotiert. Die Jury wählt Romane aus, deren Autor:innen zu Lesungen ins Lübecker Buddenbrookhaus eingeladen werden.

Die Besonderheit zum zehnten Jubiläum in diesem Jahr war das Auswahlverfahren: Die Jury wählte zunächst fünf Kandidat:innen für eine Longlist aus, die auf der Homepage des Buddenbrookhauses ihre Debütromane präsentieren konnten. Für die engere Auswahl wurden dann drei Kandidat:innen bestimmt, wovon eine:n die Besucher:innen der Website per Online-Voting für die Shortlist auswählen durften. Mit diesen Nominierten fand Ende Oktober eine Lesung im Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung (ZKFL) statt, nach der die Jury schließlich die Siegerin bestimmte.

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