Linden an der Untertrave
Grüne rufen zu "JA" beim Bürgerentscheid auf

Am Sonntag (18. Dezember 2016) können die Lübeckerinnen und Lübecker beim Bürgerentscheid über den Erhalt der Linden und den Umbau der Straße "An der Untertrave" abstimmen. Die Lübecker GRÜNEN rufen dazu auf, bei der Abstimmung mit "Ja" zu votieren.

Die Kreisvorsitzenden Stephanie Göhler und Thorsten Fürter erklären: Die so genannte Flaniermeile "An der Untertrave" kommt zum denkbar falschen Zeitpunkt. So lange fast alle Brücken um die Altstadt in prekärem Zustand sind und der Reparaturstau auch bei Straßen und dem Gebäudebestand Tag für Tag zunimmt, ist der Neubau einer Flaniermeile zweitrangig. 

Das Vorgehen der Verwaltung ist dilettantisch. Der vorhandene Baumbestand mit Linden wurde im Laufe des Planungsprozesses ohne zwingenden Grund einfach zum Abholzen freigegeben. Das ist Stadtentwicklungspolitik aus dem vorigen Jahrhundert. Daran ändern auch zwei eilig nachgeschobene Baumgutachten nichts. Diese ergeben übrigens beide nicht, dass der Baubestand so krank ist, dass alle Bäume hier und heute gefällt werden müssten.

Zudem bietet eine zwar verengte, aber dennoch stark befahrene Untertrave kaum Aufenthaltsqualität. Über die Untertrave rollen täglich 10.000 bis 18.000 Fahrzeuge. Das neue Parkhaus an der Marienkirche (800 Plätze) wird nach Fertigstellung zu diesem bestehenden Verkehr zusätzlich zwei- bis dreitausend Fahrzeuge täglich anziehen, die auch über die "Flaniermeile" strömen. 

Und wer trägt die Mehrkosten, wenn sich – wie bei allen Bauvorhaben – die Kosten erhöhen? Wo ist ein Gesamtkonzept für die westliche Altstadt mit Einbindung der benachbarten Bereiche? Die über 15 Jahre alte Planung ignoriert die aktuelle Debatte über Altstadt und Mobilität, obwohl im nächsten Jahr ein breit angelegter Diskussionsprozess in der Stadt beginnen soll.

Die Lübecker GRÜNEN appellieren an die Bevölkerung, beim Bürgerentscheid mit "JA" zu stimmen. Dann kann der Bereich mit den Bürgerinnen und Bürgern neu geplant und die Luxus-Umgestaltung zu den Akten gelegt werden.

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