Musikalisches Quartett 2017

In jedem Jahr werden unzählige Musikalben veröffentlicht. Manche gehen an einem vorbei oder schlichtweg unter. Manche hinterlassen ihre Spuren. Vier Beispiele für die zweite Möglichkeit möchte ich hier präsentieren.

Audiac "So Waltz"

Audiac, das sind Alexander Wiemer van Veen und Niklas David. Ihre Musik ist weniger leicht zu benennen. Ihr Debütalbum 2003, "Thank You For Not Discussing The Outside World", mag bis heute neben "Massive Attack" und "Portishead" fest in den Trip-Hop-Top 20 bei rateyourmusic.com stehen, überschreitet die Genregrenzen aber deutlich.

Lässige und smoothe Musik-Mixtur aus Asien
Cornelius „Mellow Waves“

Die elektronischen Kompositionen des japanischen Künstlers Oyamada Keigo alias Cornelius vereinen eine Kombination unterschiedlicher Musikstile mit Einflüssen von Krautrock, Bossa Nova und Jazz. Wer jetzt vermutet, dass dies laut und schräg klingen könnte, irrt. Herausgekommen ist ein entspanntes und ruhiges kleines Meisterwerk.

Christine McVie & Lindsey Buckingham – Dto.
Ein „Fast-Fleetwood Mac-Album“

Eins und eins macht vier und damit ist Fleetwood Mac fast komplett, denn mit Lindsey Buckingham und Christine McVie steuerten Mick Fleetwood und John McVie der legendären Band ihre Performance zum Album bei. Lediglich Stevie Nicks war daran nicht beteiligt.

Baba Shrimps “Road to rome“
Gefällige Popmusik aus den Schweizer Alpen

Ein Trio aus der Schweiz macht sich musikalisch auf den Weg nach Rom. Dabei tickt es, ähnlich wie die weltberühmten Laufwerke der Uhren aus ihrem Heimatland, rund und gleichmäßig. Doch welche Spuren hinterlässt dieser Weg dorthin? Die drei Musiker Adrian Kübler, Moritz Vontobel und Luca Burkhalter sind bereits seit längerer Zeit zusammen unter dem Namen Baba Shrimps unterwegs.

Wesley Gonzalez “Excellent musician”
From punk to the seventies

Was macht ein Musiker, der keine Lust mehr auf laute Punkmusik hat? Er geht zurück in der Zeit, lernt Klavier und sucht sich die Popmusik der 70er als Startpunkt aus.

London Grammar „Truth Is A Beautiful Thing“
Aus den Tiefen der Seele

Es ist Pop, es ist melancholisch und doch ist es anders als jedes Klischee, das man jetzt erwartet. Das liegt vor allem an Sängerin Hannah Reid und ihrer kraftvollen, zugleich sanften Stimme, die nicht nur unter die Haut geht, sondern bis ins Innerste vordringt.

Marco Beasley, Private Musicke & Pierre Pitzl „Meraviglia d’amore“
Im Labyrinth der Liebe

Seine Art zu singen ist außergewöhnlich. Anders als die meisten Tenöre verleiht Marco Beasley seiner Stimme einen unverwechselbar natürlichen Klang, wie es bis zur Zeit des Frühbarock üblich war. Auf dem Album „Meraviglia d’amore“ erweckt er das Wunder der Liebe in all seinen Facetten zum Leben.

Dance-Album ohne große Überraschungen
ATB „neXt“

Album Nummer zehn des deutschen DJs ATB ist erschienen und diesmal reichte die Anzahl der Titel wieder für ein Doppelalbum. Doch Quantität ist nicht gleichbedeutend mit Qualität.

Blank & Jones und Harley & Muscle
Warten auf den Sommer mit vierfacher DJ Kompetenz

Noch ist er nicht da und auch nicht wirklich in Sicht - der Sommer. Doch wenn er endlich zum Vorschein kommt, gibt es dafür bereits zwei passende Anwärter für die musikalische Untermalung.

Goldfrapp “Silver Eye”
Elektronisches Meisterwerk

Wer in der heutigen Musikszene auf verzweifelter Suche nach den Perlen ist, darf sich freuen. Es gibt sie! Das Fundstück ist in diesem Falle das neue Werk von Goldfrapp.

Hauschka „What If“
Willkommen in der Zukunft

Für die Filmmusik zum Kinodrama „Lion“ war er dieses Jahr zusammen mit Kollege Dustin O’Halloran für den Oscar und den Golden Globe nominiert. Er komponierte für das MDR-Sinfonieorchester und improvisierte mit Solisten der Münchner Philharmoniker. Sein Markenzeichen: das präparierte Klavier. Mit „What If“ hat der Düsseldorfer Pianist und Klangkünstler Hauschka alias Volker Bertelmann ein weiteres Soloalbum vorgelegt.

Jarvis Cocker & Chilly Gonzales „Room 29“
Blick hinter die Glamour-Fassade

Welche Geschichten wohl ein Hotelzimmer über seine Gäste zu erzählen hätte? Eine Suite an Hollywoods Sunset Boulevard? Und wie würde das Ganze aus Sicht eines Klaviers klingen, das die Eskapaden unzähliger Stars und Sternchen miterlebt hat? Diese Fragen stellte sich der britische Sänger und Pulp-Frontman Jarvis Cocker, als er 2012 mit seiner Band im legendären Hotel Chateau Marmont übernachtete.

Eric Gales „Middle of the road“
He’s the Boogie man

Wenn man sich ihn auf einigen Bildern anschaut, meint man, Eric Gales sei eher ein Rapper denn ein Bluesmusiker. Doch schon beim Hören des ersten Songs des neuen Albums Middle of the road wird schnell klar, um welche Musik es sich hierbei handelt: Nämlich um Bluesmusik at it´s best.

Die Gesellschaft musikalisch beleuchtet
Einar Stray Orchestra „Dear Bigotry“

Die Band Einar Stray Orchestra ist bisher noch relativ unbekannt in Deutschland und das ist sehr schade. Denn was dem Hörer hier präsentiert wird, ist definitiv hörens- und erwähnenswert. Die Veröffentlichung des neuen Albums ist nun einmal mehr ein Grund, sich mit dem norwegischen Quintett genauer auseinanderzusetzen.