Foto: Christine McVie & Lindsey Buckingham

Christine McVie & Lindsey Buckingham – Dto.
Ein „Fast-Fleetwood Mac-Album“

Sabine VierusVon

Eins und eins macht vier und damit ist Fleetwood Mac fast komplett, denn mit Lindsey Buckingham und Christine McVie steuerten Mick Fleetwood und John McVie der legendären Band ihre Performance zum Album bei. Lediglich Stevie Nicks war daran nicht beteiligt.

Ohne Frage ist Fleetwood Mac eine der erfolgreichsten Bands, die in den siebziger und achtziger Jahren Alben in Millionenauflagen verkauft hat. Einen maßgeblichen Anteil dazu beigetragen hat zweifelsohne Lindsey Buckingham, geboren 1949 in Palo Alto, Kalifornien, der nach dem Ausstieg von Bob Welch im Jahr 1975 der Band als Gitarrist beitrat.

Seine Handschrift drückte er insbesondere den zu Klassikern gewordenen Alben „Rumours“, „Tusk“ sowie „Mirage“ auf. Vor und nach Fleetwod Mac bewährte er sich auch als Solokünstler, jedoch nie so erfolgreich wie mit der Band. Nach dem weltweiten Erfolg von „Tango in the night“ verließ er das Quintett, um 1997 wieder einzusteigen.

Auch Christine McVie brauchte scheinbar eine Auszeit, um sich ihren Soloprojekten zu widmen. Die 1943 in England geborene Sängerin kam im Jahr 2014 nach 19-jähriger Pause wieder als Mitglied hinzu. Wie kam es zu dieser Kooperation? Beide langjährig befreundeten Künstler hatten offenbar Lust, eine Zusammenarbeit zu zweit zu versuchen und ließen sich für ihr erstes gemeinsames Werk drei Jahre Zeit. Herausgekommen ist nun ein Album, das unter vereinbarter Gleichberechtigung beider entstand. McVie komponierte „Game of pretend“ (Anspieltipp) und „Carnival begin“ allein und mit Lindsey Buckingham drei Tracks in Teamwork.

Buckingham sagte in einem Interview zur Entstehung: „Wir haben den kreativen Prozess zwischen uns angetestet und das Projekt erwachte ganz organisch zum Leben. Das Repertoire gab uns das Gefühl, dass es eigentlich ein Duett-Album werden würde. Wir haben oft darüber gesprochen und fragten uns schließlich: „Warum haben wir so lange dafür gebraucht?“

In der Tat ist dies eine berechtigte Frage, denn das, was dort zu hören ist, klingt rund und stimmig. Es ist fast logisch, dass die Songs Ähnlichkeit zu den Klassikern der Band haben, und es wäre doch nahezu bedauerlich, wenn dem nicht so wäre. Ich war gespannt, bei welchen Songs ich an „früher“ erinnert werde. „Feel about you“ hört sich an wie eine Mischung aus den bekannten „Big Love“ und „Gypsy“. Dennoch ist dies keine Kopie, sondern ein eigenständig klingender Track, aber genau deswegen mein Favorit. Zusätzlich empfehle ich, unbedingt „Lay down for free“ anzuhören. Dies wäre textlich übersetzt ein guter Tipp, wie Sie das Album „ohral“ zu sich nehmen könnten.



McVie und Buckingham sind zwei gereifte Musiker, die an ihrer Erfahrung in Leben und Musik gewachsen sind und denen niemand mehr so leicht etwas vormacht. Aber auch die weiteren neun Songs sind sehr gut gemachte Popsongs, und das ist nicht als Negativmarker gemeint. Die Vorzüge der Technik wussten sie gut und behutsam anzuwenden und somit ist „Lindsey Buckingham & Christine McVie“ eine kleine Transformation von Fleetwood Mac ins Jahr 2017. Nur eben als Duo „hoch zwei“.

Christine McVie & Lindsey Buckingham: Christine McVie & Lindsey Buckingham, East/West (Warner), 9. Juni 2017, Amazon

Sabine Vierus
Sabine Vierus
Jahrgang 1971, in Lübeck geboren, gelernte Kauffrau, ihre Leidenschaften sind Musik und Fotografie. Seit 2015 schreibt sie für "unser Lübeck".
Weitere Artikel

Kommentar schreiben

Wir freuen uns über konstruktive Kommentare, die die Nettiquette beachten. Unsere Autoren schreiben ehrenamtlich für "unser Lübeck". Bitte schreiben Sie nur, was Sie dem Gegenüber auch ins Gesicht sagen würden. Für ein kultiviertes Internet!

Unsere Kommentare werden moderiert! Wir bitten um Verständnis, dass wir Kommentare löschen oder nicht freischalten, die werblichen, strafbaren, beleidigenden oder anderweitig inakzeptablen Inhalts sind.


Sicherheitscode
Aktualisieren