Foto: (c) Manfred Steger

Das elfte Dockville Festival im Hafen
Hamburg ist eben offen für Gutes

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„In Hamburg regnet es Konfetti“, stand auf einem Schild geschrieben. Die Realität war zwar ein bisschen anders, doch tat das nichts zur Sache. Von Donnerstag bis Sonntag kamen Musik- und Kunstfreunde nach Hamburg Wilhelmsburg angereist, um den rund 130 internationalen Bands und DJs zu lauschen, zu tanzen und die Atmosphäre auf dem wunderschön dekorierten Gelände zu genießen.

Das MS Dockville ist nämlich kein Durchschnittsfestival. Über Wochen wurden hier im Rahmen des MS Artvilles Installationen und Kunstwerke unterschiedlichster Art zwischen Bäumen und Bühnen aufgebaut und das Gelände zu einem Erlebnisraum umgewandelt. Das diesjährige Thema „Oasen“ inspirierte 17 internationale KünstlerInnen aus unterschiedlichen Ländern, Kunstwerke und Performances zu erschaffen, die zu den räumlichen Ursprüngen des MS Dockville zurückführen sollten. So inszenierten sie „Orte, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind, Plätze, die erst beim Streifzug durch den Raum zufällig entdeckt werden und Inseln im restlichen urbanen Ozean“. Damit kehrte ein Stückchen Gemütlichkeit auf das Gelände zurück und die Besucher ließen sich auf Wegen zwischen Büschen, über Wurzeln und durch Holzbauten von einer zur anderen Oase treiben.

Auch auf den 11 großen und kleinen Bühnen konnte man viel entdecken. Musikalische Vielfalt aus Singer-Songwritern, deutschem Hip-Hop, Synth-Pop, Elektro und vielem mehr zog sich durch das Programm. Newcomer-Diamanten wie AnnenMayKantereit und Headliner wie Flume und Moderat begeisterten tausende Fans. Aus UK kamen u.a. Oh Wonder, King Krule und Glass Animals angereist, die USA schickten Tale Of Us, Radical Face und Denzel Curry und auch die deutsche Besetzung mit Die Höchste Eisenbahn, Sohn, LaBrassBanda und vielen mehr konnte sich sehen lassen.

Foto: (c) Manfred StegerFoto: (c) Manfred Steger

„Wenn man sich für Musik interessiert, kann man sich beim Dockville super auf neue Dinge einlassen“, so Manuel Winbeck von der Band LaBrassBanda, die am Freitagabend die Großschot-Bühne zum Wackeln brachten. Wie immer barfuß und mit bayrischem Charme schafften es die 7 Bandmitglieder um den Leadsänger und Trompeter Stefan Dettl, tausende Tanzwütige gleichzeitig acht Schritte nach links, acht Schritte nach rechts zu bewegen und danach wild abzuzappeln. Was den Stil angeht, will sich die Band nicht so richtig festlegen. In einem Wort zusammengefasst träfe der Begriff Brass-Pop den Mix aus neuer Volksmusik, Reggae, Techno und Ska-Punk wohl am besten. Die Fans lieben die Band – vielleicht ist es der Kontakt, den LaBrassBanda zum Publikum pflegt. In Hamburg hat man jedenfalls schon früh erkannt, was die Jungs auf dem Kasten haben. Schon ein Jahr nach offizieller Bandgründung im Jahr 2007 spielten sie im bekannten Pudel-Club und danach einige Male auf der Reeperbahn sowie beim Jazz-Festival. In Hamburg wäre man von Anfang an sehr offen der Band gegenüber gewesen, so Manuel.

Seitdem hat sich viel getan: Die Jungs haben 7 Alben aufgenommen, sind durch die ganze Welt gereist und spielten auf unterschiedlichsten Bühnen und Festivals. Die Musik ist mit ihnen mitgewachsen und die Aufnahmen entstehen nun nicht mehr in einem mit Holz präpariertem WG-Zimmer, sondern natürlich viel professioneller. Eine der größten Erfahrungen für die Band sei die Aufnahme des Albums Kiah Royal, live und akustisch im Kuhstall, gewesen. Dafür probten die Musiker einen Monat lang, standen jeden Tag gemeinsam auf, arbeiteten und gingen ins Bett. Dadurch seien sie noch weiter zusammengewachsen und es habe sich ein ganz besonderer Klangkörper gebildet. Als wir Manuel nach seiner Rolle in der Band fragen, muss er ein bisschen lachen. Er sei manchmal der Einzige, der alle Infos und Termine auf dem Schirm hätte. Grundsätzlich verteilen sich die Rollen ganz automatisch in der Band, aber auf der Bühne tragen alle die gleiche Verantwortung. Da es keine Harmonie-Instrumente wie Gitarren oder Keyboard gibt, müsse jeder Bläser und auch die Rhythmusgruppen gleichermaßen den Groove aufrechterhalten.

Manuel Winbeck von LaBrassBanda, Foto: (c) Manfred StegerManuel Winbeck von LaBrassBanda, Foto: (c) Manfred Steger

Diesem Groove konnte am Freitag auch das Wetter nichts anhaben, vielmehr freute sich das Publikum über die ausgelassene Stimmung und dankte mit tosendem Applaus. In Hamburg ist man eben offen für Gutes. Deshalb freuen wir uns jetzt schon auf ein zwölftes, buntes und gemischtes MS Dockville 2018.

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