Foto: RTPPT/Creative Commons

Britisches Brüderpaar brachte die Menge zum Tanzen
Disclosure in der Sporthalle Hamburg

Sabine VierusVon

Was sind die Zutaten für einen garantiert erfolgreichen Tanzabend? Zwei Alben, die in den UK Charts auf Anhieb auf Platz eins landeten, ein tanzwilliges Hamburger Publikum und zwei junge talentierte DJs. Fertig ist das Rezept für die heiß erwartete Livevorstellung des aktuellen Disclosure-Albums Caracal.

Guy (Jahrgang 1991) und Howard (Jahrgang 1994) Lawrence begannen 2009 damit, eigene Musik am Computer zu komponieren. Bestehend aus House-, UK Garage-, Dubstep-, Soul- und Pop-Elementen, fand diese Kombi an Musikrichtungen in England sofort begeisterte Zuhörer, und so ist es nicht verwunderlich, dass das erste Album Settle sofort auf Platz eins der Charts einstieg.

Bereits hier verewigte sich der aktuelle James-Bond-Interpret Sam Smith (auch bekannt durch Stay with me) als Gastsänger mit Latch, und er sollte nicht der einzig bekannte Name bleiben – Jessie Ware, Eliza Dolittle und London Grammar sind hier ebenfalls vertreten. Mit Caracal erhalten die beiden Brüder das Konzept von Settle. Die Musik ist ebenso tanzbar und weitere namhafte Interpreten gaben sich hier im Studio die Klinke in die Hand.

Die Hamburger Sporthalle war nicht ganz ausverkauft, dementsprechend war genug Platz für jeden, der wollte, um sich zu den Songs zu bewegen. Dem DJ Pomo gelang es bereits im Vorprogramm, mit seinen House-lastigen Mixen zum Mittanzen zu animieren. Rein musikalisch passte er mit seiner Musik perfekt zu Disclosure. Zu finden ist er auf bekannten Musikportalen, und es gibt bereits einige Tracks als Download. Reinhören ist eine Pflicht für die Freunde der gepflegten Housemusik. Das Publikum war also aufgewärmt und bereit für die nächsten Beats.

Disclosure kam um 21 Uhr auf die Bühne, deren futuristischer Aufbau aus zwei DJ-Pulten mit Turntables, Keyboards und Percussions bestand und an den Film Tron erinnerte. Eine aufwändige Lightshow ergänzte das Bühnenbild und erleuchtete die Halle zwischendurch fast taghell. Eingeleitet wurde der Abend von Songs wie When a fire starts to burn oder F for you aus Settle. Die beiden Jungs mixten und begleiteten die Songs mit Bass und Gitarre und feuerten ihr Publikum zum Feiern und Tanzen an. Nach den ersten vier Tracks gab es dann die ersten Songs aus Caracal – ich war gespannt, wie Disclosure es ohne Gastsänger umsetzen würde. Die Tickets wären mit ihnen sicher um ein Vielfaches teurer gewesen. So wurden jeweils in Videos die Silhouetten der Künstler auf die Leinwand projiziert, sodass erkennbar war, um wen es sich handelt.

Es rauschten Tracks wie Nocturnal mit The Weeknd, Omen mit Sam Smith, Holding on mit Jazzsänger Gregory Porter, Magnets mit Lorde und Willing and able mit Kwabs über die Boxen und ließen nichts vermissen. Der bombastische Sound brachte die Halle zum Beben. Gegen 22 Uhr stellte Disclosure dem tanzwütigen Volk mit einem ca. viertelstündigen Trance Mix aus Bang that noch genauer seine Talente als DJs unter Beweis.

Die Zugabe bot dann noch eine Überraschung, denn es gab doch noch stimmliche Live-Unterstützung: Der US Sänger Brendan Reilly interpretierte höchstpersönlich Moving Mountains vom Album Caracal. Mit seiner markanten Stimme setzte er definitiv das Highlight des Abends. Von ihm wird man hoffentlich zukünftig noch mehr hören. Disclosure hat ihm möglicherweise eine gute Plattform zum Start seiner Karriere geboten. Mit einer letzten Zugabe wurde das Publikum zufrieden nach eineinhalb Stunden verabschiedet und in die fast frühlingshafte Nacht in Hamburg entlassen. Ich bin gespannt auf den nächsten Tanzabend mit Disclosure und komme auf jeden Fall wieder.

Sabine Vierus
Sabine Vierus
Gebürtige Lübeckerin (1971), seit 2016 die Landeshauptstadt Kiel als neue Heimat gewählt. Ausgeprägte Leidenschaft für Musik seit sie laufen kann. Das umfangreiche Musikwissen hat sie als Kauffrau über zwanzig Jahre im CD-Vertrieb an ihre Kunden weitergegeben. In der Freizeit oft mit der Kamera unterwegs; schreibt einen eigenen Blog. Schwerpunktthemen für "unser Lübeck": Musik- und Konzertrezensionen.
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