A. Peters-Hirt, H. G. Leonhardt und Seul Ki Cheon

Konzert in der Gemeinnützigen
Klavierkompositionen von Hans G. Leonhardt

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Sich in den Vordergrund zu spielen, ist seine Sache nicht. Dennoch ist er ein ausgewiesener Könner seines Faches. Die eigenen Klavierkompositionen könnte er selber am Konzertflügel vortragen. Trotzdem scheut er meistens diesen Schritt in die Öffentlichkeit.

Im Saal der Gemeinnützigen hatte ein großer Kreis von Musikfreunden jetzt die seltene Gelegenheit, Werke von Hans G. Leonhardt zu erleben, dargeboten von der koreanischen Pianistin Seul Ki Cheon. Antje Peters-Hirt stellte den Gast am Flügel und den Komponisten vor.

Zwei Namen nannte der Programmzettel: Hans G. Leonhardt und Peter Tschaikowsky, beide Lübeck-Fans, könnte man mit etwas Übertreibung sagen. Tschaikowskys Dumka op. 59 c-Moll stand zwar nicht an erster Stelle in der Programmfolge, passte aber auf merkwürdige Weise sehr gut zur Stimmung der übrigen Klavierstücke. Tschaikowsky schrieb das kurze Werk für seinen Pariser Verleger und seine Freunde in Frankreich. Eine südrussische Weise ist die Dumka, eine melancholische Strophenmusik, die zum Beispiel im Gebiet der Ukraine zu Hause ist, in der Gegend, die früher (und jetzt wieder von Vladimir Putin) Kleinrussland genannt wurde. Seul Ki Cheon, inzwischen Dozentin an der hiesigen Musikhochschule, nutzte die virtuosen Möglichkeiten des Stückes geschickt.

Mit einer Hommage à Skrjabin begann der Abend. Hammerharte Akkorde, dann wieder Besinnliches, auch perlende Läufe – die Solistin konnte schon hier viele Facetten ihres Könnens unter Beweis stellen. Drei Stücke aus einer neuen CD mit der Überschrift Shades of Blue & Green folgten, ein stürmisches „Allegro“, ein eher meditatives „Recitativo“ und das „Notturno ultimo“ als ruhiger Nachtgesang mit rollenden Wellenbewegungen, rauen Akkorden, chromatischen Läufen – ein Sternengefunkel in Tönen.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit En dehors und Stone Bells, kostbaren Miniaturen von eigenem Reiz und Charakter. Ein voller Saal - das ist allemal schon ein Kompliment. Das Publikum bescherte der Künstlerin und dem Komponisten herzlichen Applaus.

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Titelfoto: C. Schöttler

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