Die Chippendales
Forever Sexy and we know it

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Seit Jahrmillionen hat sich an der Evolution bis heute nicht viel geändert: Heldenmänner braucht die Frau! Egal ob damals in der Steinzeit oder bereits heute im 21. Jahrhundert. Nackten Tatsachen muss man(n) einfach ins Auge sehen und der lebende Beweis dafür sind die neun „Forever Sexy“-Chippendales aus Las Vegas.

Wer dachte, Männlein und Weiblein hätten der Entwicklungsgeschichte durch die Emanzipation ein Schnippchen geschlagen, der irrt. Nein, es müsste eher heißen: Die Damen der Schöpfung sind dem Charme der ‚Chippchen‘ erlegen und waren nicht verlegen, am 27. November 2014 eine heiße Strip-Show in der MuK in Lübeck zu erleben. Für eine Nacht ging für rund 1.500 Frauen ein Traum in Erfüllung. Sie konnten dort ihre auserwählten Siegertypen und Muskelhelden auf der Bühne in unterschiedlichsten Rollenspielen live erleben.

Die meisten Herren der Schöpfung sind wahrscheinlich gleich frustriert zuhause geblieben. Denn die Frauenquote an diesem Abend betrug geschätzte 99,9 %. Davon folglich 0,1 % verirrte Männer, die vielleicht sogar noch unfreiwillig mitgezerrt wurden. Kein Wunder: Welcher halbwegs durchtrainierte Durchschnittsmann kann bei diesen muskelgestählten, formvollendeten Adonis-Körpern überhaupt mithalten? Die Gefahr von neuen Komplexen, vielleicht noch mehr als bereits vorhandene, wäre einfach zu groß gewesen. Von daher war es sicher die bessere Entscheidung, am heimischen Herd zu verweilen und auf die Rückkehr der verzückten Partnerin zu warten.

Beim Anblick dieser getrimmten Modelkörper, die leibhaftig einer Ausgabe des Männermagazins Mens Health entsprungen sein könnten, bekommen Frauen leuchtende Augen und  Männer vor Neid eine blasse Nase. Zumindest sind diese Sixpacks nicht mit einem Bildbearbeitungsprogramm, sondern möglicherweise mit einer OP-Schere bearbeitet worden. Ob implantiert oder antrainiert sei einmal dahingestellt. Eins steht jedoch ungeschönt fest: Ganz ohne hartes, intensives Training und eiserne Disziplin kommen die Traumfiguren und auch diese Show sicherlich nicht zustande.

Als um 20.00 Uhr eine geballte Ladung Sexappeal in Form von neun gutgebauten Guys auf die Bühne springt, kreischen schon jetzt die Girls vor Vergnügen. Mit voyeuristischen Blicken folgen die Mädels im Saal gebannt jedem kreisenden Hüftschwung und Popo-Posing der Jungs. Eitel von der gegelten Haarspitze, über die spiegelglatt-gewachste Brust, bis zum pedikürten Zehennagel, zeigen die Charming Boys aus Las Vegas was sie so drauf haben - und vor allem natürlich was drunter.

Beim Warm-up zu rhythmischen Klängen sind die Chippendales noch brav in voller Montur gekleidet. Das ändert sich ganz schnell nach heißen Rhythmen wie Sexy and I know it oder Eye of the Tiger. Man(n) kommt hier gleich forsch zur Sache und zeigt, welcher Tiger in ihm steckt. Mit geschmeidigen Bewegungen und lasziven Moves befreit man(n) sich langsam aber sicher von unnötigen Stoffstücken.

 

Das Training mit werfenden Werkzeugen treibt selbst dem ‚Herkules der Neuzeit‘ den Schweiß aus den Poren. Da heißt es, keine Zeit verlieren und sich schnell der weiteren, überflüssigen Wäsche zu entledigen. Hemden fliegen ins johlende Publikum und es wird weiter getanzt und geschwitzt bis endlich auch zum Schluss die Tangas fallen. Der Anblick der wohlgeformten, knackigen Männerpopos heizt den weiblichen Zuschauern so ein, dass aus der soliden Musik- und Kongresshalle bald ein brodelnder Hexenkessel wurde.

Im Verlauf des Abends verkörpern die ‚Chipps‘ die Männeridole vieler Frauen: Vom Kapitän, Pilot, Feuerwehrmann, Sportler, Polizist, Bauarbeiter, Bad Boy oder Cowboy ist fast alles dabei, was das Frauenherz an Heldenimage begehrt. Waren es noch softe Klänge beim Warm-up, so steigert sich nun das Fitnessprogramm bald zu einer härteren Gangart. Schlag auf Schlag geht es mit fetzigen Metal-Riffs gnadenlos und unaufhaltsam weiter von einem Strip zum nächsten, inklusive einer Bondage-Einlage von Shades of Grey, und endet - wie soll es anders kommen – im Fall der manchmal fast nur zu erahnenden Unterwäsche.

Ob  sexy Strings, verführerische Mini-Slips, edle Shorties, bequeme Boxershorts, knackige Jazz-Pants oder knallige Liebestöter. Die Herren der Schöpfung präsentierten in abwechslungsreicher Folge so ziemlich alles, was die Mode an Reiz- und Unterwäsche zu bieten hat. Sicherlich ist hier auch die eine oder andere Anregung für den weihnachtlichen Gabentisch des Liebsten dabei gewesen.

Nach dem wilden Workout folgte eine kurze Verschnaufpause. Mit einer Gesangseinlage, inbrünstig und mit viel Herzblut dargeboten von Bryan Cheatham, erklangen die sentimentalen Töne von: All I want for Christmas is you und schmachtende Frauenblicke waren ihm sicher.

Die Ruhe währte nicht lange. In flottem Tempo flogen wie gewohnt die Fetzen bis zum Letzten. Auf die Frage: “Do you want some more?“, ließen sich die Ladies nicht zweimal bitten und gerieten außer Rand und Band. Noch völlig in Ekstase wurde eine von ihnen auserwählt und auf die Bühne katapultiert. Ganz nah zum Anfassen durfte sich die Auserkorene nun wie eine Prinzessin auf der Erbse fühlen und hautnah einem Chippendale tatsächlich an die Muskelpakete und den Allerwertesten greifen. Manchmal werden eben auch Wünsche wahr – man muss sich nur rechtzeitig eine Eintrittskarte für die Show besorgen.

Wer nun weder ein Sexidol zuhause im trauten Heim sitzen hat, noch auf die nächste Tour warten will, der kann sich seine Frauenträume zur Not auch mit einem Kalender der scharfen Muskelmänner erfüllen.

Ein Wehrmutstropfen aber bleibt: Auch als der Vorhang und das letzte Höschen fällt, blieb den Frauen dann doch eine allerletzte Beurteilung vom „besten Stück des Mannes“ verwehrt. Ob nun Größe S, M, L oder gar XL ihres auserwählten Chippendales bleibt nach wie vor der eigenen Fantasie überlassen.

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Fotos (c) Olaf Malzahn


Fotos: (c) Olaf Malzahn

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