Prof. Sophie Lücke, Foto: (c) Martina Kostial

Themenkonzert im Brahms-Festival
„Indomabile – Freiheitskampf“

Unter dem Motto „Indomabile – Freiheitskampf“ lädt die Musikhochschule Lübeck (MHL) zu einem Themenkonzert am Dienstag, 5. Mai ein. Im Großen Saal der MHL präsentieren Lehrende und Studierende in abwechslungsreichen Kammermusikbesetzungen ab 19.30 Uhr ein Programm mit Werken des 20. und 21. Jahrhunderts, das sich mit der kämpferischen Facette des Festival-Mottos „Freiheit!“ beschäftigt.

Das Konzert „Indomabile – Freiheitskampf“ zeigt den tief im Menschen verankerten Willen, für Freiheit zu kämpfen. Es erklingen Werke unter anderem von Arnold Bax, Milica Djordjević, Iannis Xeankis und Hindemith. Im Zentrum des Abends steht „The firefly in a jar“ (Das Glühwürmchen im Glas) der MHL-Kompositionsprofessorin Milica Djordjević − ein eindringliches musikalisches Zeugnis ihres eigenen Erlebens. Mit ihrem Werk vertont sie klangintensiv und fesselnd das Streben nach Freiheit: „Für mich war die Freiheit stets beides: mein Polarstern und mein einziges Ziel.“

Prof. Milica Djordjević, Foto: (c) Astrid AckermannProf. Milica Djordjević, Foto: (c) Astrid Ackermann

Aufgewachsen im ehemaligen Jugoslawien und geprägt von Krieg, Protesten und dem Ringen um gesellschaftlichen Wandel, wurde Freiheit für Djordjević zum zentralen Lebensthema, ein ferner Traum, dem sie sich auch künstlerisch näherte. Ihr Werk entstand aus diesem Spannungsfeld zwischen Verzweiflung und Hoffnung als persönlicher Ausdruck und künstlerischer Aufschrei. „Freiheit. Redefreiheit, Bewegungsfreiheit, die schlichte Freiheit des Seins… Wir Privilegierten reflektieren sie kaum, sie gilt uns als garantiert. Doch dieses große, essenzielle, so kostbare Wort ist keine Selbstverständlichkeit. Freiheit ist kein Zustand, sie ist ein Akt des Eroberns“, sagt die Komponistin.

Das Bild des Glühwürmchens im Glas wird dabei zur berührenden Metapher: Schafft es, sich zu befreien, oder erlischt es im Kampf gegen die unsichtbaren Grenzen? Das Abendkonzert endet mit Paul Hindemiths gewagter Kammermusik Nr. 1 für 12 Soloinstrumente, mit der Hindemith einen kammermusikalischen Anspruch geradezu parodiert hat. Das Groteske seiner Ästhetik zeigt sich bereits in der Instrumentation: ein Bläserquartett und ein Streichquartett werden mit Klavier kombiniert, darüber hinaus aber mit Akkordeon, einer Sirene, einer mit Sand gefüllten Blechbüchse und weiteren, nicht salonfähigen Instrumenten. Hindemith machte sich damit zum „Bürgerschreck“ der Zwanziger Jahre.

Es spielen das MHL-Ensemble für Neue Musik unter Leitung von Peter Veale, zahlreiche Lehrende der MHL sowie das Quantum Quintett.
Karten sind für 15 und 20 Euro, ermäßigt für 9 und 13 Euro, in allen an Lübeck-Ticket angeschlossenen Vorverkaufsstellen und unter www.mh-luebeck.de erhältlich.


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