7. Sinfoniekonzert: Hoch auf den höchsten Höh'n

Montag, 30. April 2018, 19:30
Musik- und Kongresshalle – MuKWilly-Brandt-Allee 10, 23554 Lübeck
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»Ein vollständiger Sieg des Lichts über die Dunkelheit« – mit diesen Worten beschrieb Hugo Wolf die Uraufführung von Anton Bruckners 8. Sinfonie in einem Brief an Emil Kauffmann im Dezember 1892. Unter der Leitung von Hans Richter hatten die Wiener Philharmoniker am 18. Dezember 1892 mit diesem Werk die letzte Sinfonie aufgeführt, die Bruckner in seinem Leben vollenden konnte. Als »Schöpfung eines Giganten« und »Triumph, wie ihn ein römischer Imperator nicht schöner wünschen könnte« bejubelt oder von den Gegnern als »traumverwirrter Katzenjammerstil « abgetan, setzte Bruckners 8. Sinfonie neue Maßstäbe. Man könnte annehmen, der Komponist handelte nach der Maxime »mehr ist mehr«; allein die Spieldauer des Werkes mit etwa 80 Minuten überschritt sämtliche Größenordnungen damaliger Instrumentalmusik.

Nicht nur die Länge des Stückes, auch die facettenreichen Themen und kontrastierenden Stimmungen sind typisch für die gewaltige Klangsprache Bruckners. Die kleine Sekunde als hervorstechende melodische Wendung im 1. Satz erlaubt ungeahnte harmonische Möglichkeiten und Fortschreitungen; es folgt, erstmals bei Bruckner, ein kraftvolles Scherzo. Das anschließende Adagio spendet vor einem Streicher-Hintergrund warmen Trost, und in den 771 Takten des Finales sorgen choralartige Passagen für eine ehrfürchtige Atmosphäre. Als gemeinsames Element findet sich in allen vier Sätzen vor allem der Ausdruck zur würdigen Erhabenheit und Feierlichkeit. Die 8. Sinfonie zeigt auch die besondere Nähe Bruckners zu seinem Vorbild Wagner. So greift er am Ende des ersten Satzes das Siegfried-Motiv aus dem »Ring«-Zyklus auf.

Die 8. Sinfonie Bruckners gedieh am Ende zur Mächtigsten, die die Musikgeschichte bis dahin erlebt hatte und ist niemand geringerem als Kaiser Franz Joseph I. von Österreich gewidmet. Sensationell, wenn man bedenkt, dass Bruckner erst im Alter von 40 Jahren in dieser Gattung zu komponieren begann und zu Lebzeiten eher als Organist und Lehrer wahrgenommen wurde. Die Sinfonien Bruckners begründen seinen Nachruhm, und gerade heutzutage verspüren wir, wie der berühmte Dirigent Lorin Maazel bemerkte, »ein Bedürfnis nach der klaren Reinheit, der geistvollen Einfalt der Brucknerschen Musik; deshalb schätzen wir sie heute mehr denn je.«

Anton Bruckner (1824-1896)
Sinfonie Nr. 8 c-Moll

Dirigen:t Ryusuke Numajiri


Foto © Olaf Malzahn

 

Einführung eine Stunde vor Konzertbeginn



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