Mit Feedback Bodies eröffnet am Samstag, den 22. November 2025 um 17 Uhr die Galerie Frautz Contemporary ihre erste Ausstellung. Die Gruppenausstellung thematisiert das Nachdenken über Material, Wahrnehmung und Prozess. Hier wird Kunst nicht als abgeschlossenes Werk verstanden, sondern als Zustand des Werdens, als Bewegung, in der Materie sich selbst reflektiert.
Die Ausstellung entfaltet ein vielstimmiges Feld, in dem Farbe, Raum und Technologie miteinander in Resonanz treten. Malerei löst sich aus der Fläche, formt sich zu Körpern aus Licht und Wärme, während anderswo Druck, Kratzen, Schleifen und Schichten rhythmische Architekturen entstehen lassen. Das Sichtbare trägt hier immer schon Spuren seiner eigenen Entstehung – jede Linie, jede Biegung erinnert an den Moment, in dem sie sich formte. Zwischen den Objekten und Installationen entfaltet sich ein Denken in Material: Industrielle Oberflächen beginnen, über ihre eigene Funktion zu sprechen, Fragmente technischer Welt transformieren sich zu diskursiven Körpern.
Bild, Erinnerung und Macht verflechten sich in Collagen, in denen Geschichte als formbares Material erscheint. Geschwindigkeit und Stillstand, Kontrolle und Zufall existieren nebeneinander – als Spannungsfelder einer Zeit, in der Wahrnehmung selbst unter Druck steht. Auch im fotografischen und digitalen Bereich setzt sich dieses Nachdenken fort. Bilder werden zu Systemen, die Identität nicht abbilden, sondern erzeugen. Datenstrukturen übersetzen Körper in Zeichenfolgen, während textile Schichten Erinnerung in eine haptische Sprache verwandeln.

Farbe reagiert auf Blick, Fläche auf Bewegung, Raster auf Erosion – überall wird Form zum Symptom ihrer eigenen Veränderung. In den digitalen Arbeiten der Ausstellung wird diese Logik fortgeschrieben: Körper erscheinen als Daten, Daten als Körper. 3D-Modelle, generative Animationen und algorithmische Prozesse öffnen Räume, in denen Technologie nicht Werkzeug, sondern Mitspieler ist.
Getragen wird dieses Denken von vierzehn künstlerischen Positionen, die das Spektrum zeitgenössischer Praxis zwischen Malerei, Skulptur, Installation und digitaler Medienkunst sichtbar machen – darunter Arbeiten von Paul Schwer, Jan Kolata, Denise Werth, Donja Nasseri, Sabrina Podemski, Kevin Clarke, Tahmineh Mirmotahari, Jörg Lornsen, Julian Herstatt sowie aus dem Bereich der Media Art von Plyzitron, Pandagunda, Erfan Ashourioun, Viola Rama und H. Merve Güç.
Gemeinsam formen sie ein vielstimmiges Resonanzfeld, in dem das Sichtbare denkt und das Materielle antwortet. Feedback Bodies wird so zum Experiment über Wahrnehmung – über jene feinen Übergänge, in denen Kunst sich nicht zeigt, sondern entsteht.
Text: Dr. Azalia Shahnazari, Kuratorin der Ausstellung
Zu sehen ist die Ausstellung vom 22. November 2025 bis zum 9. Januar 2026 in der Galerie Frautz Contemporary, die ihre Türen am 22. November ab 17 Uhr zur Vernissage in der Großen Burgstraße 7 in Lübeck öffnet. https://frautz-contemporary.com

