Nils Landgren verkündet dem Publikum eine Überraschung, Foto: Hildegard Przybyla

Jazz Baltica ab 2018 nicht mehr im Niendorfer Hafen

Hildegard PrzybylaVon

Jazz Baltica zieht um – aus der idyllischen Hafenlandschaft Niendorfs und der gigantischen Groove-Höhle der Evers-Werft in den Ortskern von Timmendorfer Strand. Die Hallen der Evers-Werft stehen nach den Worten der Festivalleitung nicht mehr zur Verfügung. Das in diesen Hallen betriebene Yacht-Service-Unternehmen wolle sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren, wie die Geschäftsführerin Frau Monika Hake-Evers gesagt habe.

Jazz Baltica im Niendorfer Hafen ist nicht nur für eingeschworene Jazzfans eine feste Größe in jedem Festvalsommer. Auch in diesem Jahr 2017 konnte die Besucherzahl wieder gesteigert werden, auf 14.000 in voll ausverkauften Konzerten. Aber, wie heißt ein altes, von einem italienischen Dichter verbreitetes Sprichwort so weise und zynisch zugleich: "Wenn alles so bleiben soll, wie es ist, muss alles sich ändern!" (Giuseppe Tomasi di Lampedusa). Und so soll es werden, der beliebte künstlerische Leiter des Festivals Nils Landgren sagt nicht nur: "Alles bleibt anders!", sondern meint hoch optimistisch sogar: "Wir haben eine Alternative gefunden, keine schlechtere, sondern eine bessere."

Nils Landgren, Foto: (c) Olaf MalzahnNils Landgren, Foto: (c) Olaf Malzahn

Gerade ist der Umzug vor sechs Jahren von Salzau bei Kiel in den Niendorfer Hafen und die große Werfthalle erfolgreich gelungen und zur lieb gewordenen Gewohnheit geworden, schon geht es weiter. Nur zwei Kilometer in Richtung Westen sollen der Saal des Maritim-Seehotels, die historische Trinkkurhalle, der Strand selbst sowie der kleine Kurpark neue Möglichkeiten für das international beliebte Jazzfest geben. Auch die im Sommer teilweise leer stehende Eissporthalle könnte ins Spiel gebracht werden.

An dem diesjährigen letzten Festival-Wochenende hieß es also Abschiednehmen. Da ist es nur allzu verständlich, dass mit den meisten Besuchern auch Nils Landgren, allen Optimismus und Euphorie ausstrahlenden Auftritten zum Trotz, etwas Wehmut spüren ließ. Umso spannender wird es für das Jahr 2018 in der neuen Umgebung werden.

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