
Zum Finale seiner internationalen Konzerttournee bringt das Europäische Hanse-Ensemble unter der Leitung von Manfred Cordes die frühbarocke Klangwelt des alten Hamburgs in die Lübecker St. Jakobi-Kirche. Hamburg war im 17. Jahrhundert eine Musikstadt ersten Ranges und bot in den unruhigen Zeiten des Dreißigjährigen Krieges zahlreichen Künstlern einen sicheren Hafen. Die jungen Vokal- und Instrumentalsolistinnen und -solisten des Ensembles – eine exklusive Auswahl spezialisierter Studierender der Alten Musik aus ganz Europa – lassen in Lübeck kostbare, fast vergessene Kompositionen von Hieronymus Praetorius, Thomas Selle und Matthias Weckmann wieder lebendig werden. Mit historischen Instrumenten entsteht ein Klang, wie er heute nur noch selten live zu erleben ist.
Das Europäische Hanse-Ensemble widmet sich bereits seit einigen Jahren gezielt auch musikalischen Städteporträts, die die Klangwelt der alten Hansestädte erlebbar machen. Und dieses Jahr ist Hamburg an der Reihe. Am Sonntag, 26. Oktober 2025, um 16.00 Uhr wird in der St. Jakobi-Kirche Lübeck zu hören sein, worauf sich das junge Ensemble spezialisiert hat: Auf das faszinierende musikalische Erbe der Hansestädte, das die Zuhörerenden jedes Mal aufs Neue in den Bann zieht.
So war bekanntlich auch Hamburg im 17. Jahrhundert eine Musikstadt ersten Ranges. Durch den schnellen und unkomplizierten Zugang der Handelsschiffe nach England, Spanien, Portugal und in die »Neue Welt« hatte Hamburg der Ostsee- metropole Lübeck wirtschaftlich längst den Rang abgelaufen. Rechtzeitig vor dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges hatte man die Stadt durch großzügig angelegte Befestigungsanlagen geschützt. Hamburg bildete damit einen sicheren Hafen, auch für zahlreiche Musiker und Künstler. Das Konzertprogramm lässt die frühbarocke Klangwelt Hamburgs in ihrer Pracht erneut erstehen. Es werden unter anderem Kompositionen von Hieronymus Praetorius, Thomas Selle und Matthias Weckmann erklingen.
Im Europäischen Hanse-Ensemble spielen knapp 20 Vokal- und Instrumental- solistinnen und -solisten aus ganz Europa zusammen, die sich auf die Musik der Renaissance und des Frühbarocks spezialisiert haben. »Es ist immer eine große Freude, mit hochtalentierten jungen Musikerinnen und Musikern aus aller Welt zusammenzuarbeiten und ihnen dieses selten aufgeführte Repertoire nahezubringen «, beschreibt Manfred Cordes seine Arbeit. An der Seite der Nachwuchstalente stehen bei diesem Projekt auch renommierte Musiker:innen wie Ulrike Hofbauer (Gesang), Hille Perl (Viola da gamba) und Frithjof Smith (Zink) – eine Besetzung, die unter der Leitung von Manfred Cordes ein einzigartiges Konzerterlebnis verspricht. »Wenn junge Musiker:innen aus ganz Europa gemeinsam in die Musik der Hansezeit eintauchen, wird Geschichte auf besondere Weise lebendig«, sagt Dr. Felicia Sternfeld, Direktorin des Europäischen Hansemuseums.
Foto: (c) Olaf Malzahn