
Ein Raum für Entschleunigung
„Für uns ist ‚Klangwurzeln‘ weit mehr als ein normales Konzertprogramm“, beschreiben die Sängerinnen und Sänger des Ensembles ihr Herzensprojekt. Gerade in einer von Schnelllebigkeit geprägten Zeit möchte der Chor einen Raum schaffen, der zu Entschleunigung, Gemeinschaft und dem ganz bewussten Erleben von Klang und Schöpfung einlädt.
Ein außergewöhnliches Konzerterlebnis erwartet Musik- und Naturliebhaber am Samstag, den 12. September 2026, in Lübeck. Unter dem Titel „Klangwurzeln – Musik in der Natur – Natur in der Musik“ präsentiert der renommierte Kammerchor Hannover unter der Leitung von Christoph Schlechter
Das Besondere: Das Erlebnis beginnt nicht erst in den Kirchenbänken, sondern holt das Publikum bereits unter freiem Himmel ab.
Den Auftakt bildet um 16:30 Uhr ein gemeinsamer musikalischer Spaziergang durch die historischen Lübecker Wallanlagen (Treffpunkt ist der Domkirchhof). Eröffnet wird das Projekt mit John Cages berühmtem Konzeptwerk „4′33″“. In diesen Minuten bewusster Stille erklingt kein Gesang – stattdessen rücken die Geräusche der Umgebung wie Wind, Blätterrauschen und Vogelstimmen in den Fokus und öffnen die Ohren für die Klangwelt der Natur.
An verschiedenen Stationen im Grünen formieren sich anschließend kleinere Ensembles des Chores, um das Publikum mit ausgewählten A-cappella-Werken zu begleiten. Zu hören sind unter anderem „Lockung“ von Fanny Hensel, „Im Grünen“ von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie Werke von Johannes Brahms („Waldesnacht“) und Stephen Paulus („The Road Home“).
Um 18:00 Uhr setzt sich das Programm mit dem großen Hauptkonzert im Dom zu Lübeck fort. Hier spannt der Kammerchor Hannover gemeinsam mit hochkarätigen Instrumentalisten (drei Violoncelli und Harfe) einen weiten musikalischen Bogen von der Romantik bis in die Moderne.
Im Zentrum des Abends steht das eindrucksvolle Werk „Walden Pond“ des amerikanischen Komponisten Dominick Argento. Die Komposition basiert auf den Texten von Henry David Thoreau und ist im Rahmen dieser Konzertreihe als europäische Erstaufführung zu erleben. Abgerundet wird das facettenreiche Programm durch Caroline Shaws „And the Swallow“, James Erbs berührendes Arrangement des Traditionals „Shenandoah“ sowie das hochenergetische, mit Bodypercussion untermalte „Hentakan Jiwa“ von Ken Steven.
Foto: Kammerchor Hannover