
Acht Stimmen. Ein historisches Erbe. Ein Zeichen gegen das Vergessen: Mit der Inszenierung „Dunkelnacht“ bringt die Schauspielschule der Gemeinnützigen ein Jugendtheaterprojekt auf die Bühne der St. Petri zu Lübeck.
Das Stück basiert auf dem vielfach ausgezeichneten Roman von Kirsten Boie und erzählt von der Penzberger Mordnacht im April 1945. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs scheint alles möglich – auch für Marie, Schorsch und Gustl. Doch die Nacht wird dunkel und lang, als das NS-Regime ein letztes Mal jeden Widerstand zum Schweigen bringen will.
Die Inszenierung, gespielt von Jugendlichen für Jugendliche und Erwachsene, stellt zentrale Fragen nach Zivilcourage, Verantwortung und der Gefahr des Wegschauens. Acht Darstellende machen die historischen Ereignisse aus persönlicher Perspektive erlebbar und schlagen eine Brücke in die Gegenwart.
Elektronische Musik komponiert von Jonas Nay, ein reduziertes Bühnen- und Kostümbild von Katia Diegmann, eine Videogestaltung aus Archivmaterial sowie das packende Schauspiel der acht Jugendlichen bringen das schwere Material einfühlsam und ausdrucksstark auf die Bühne. Entstanden unter der künstlerischen Leitung und Regie von Anika Frankenberg in produktioneller und dramaturgischer Begleitung von Mathis Dieckmann setzt die Inszenierung ein politisches Zeichen.
Im Anschluss an die Aufführung sind die Besucherinnen und Besucher zu einem moderierten Themendialog eingeladen.
Begleitend zur Vorstellung wird in St. Petri eine Ausstellung zu Lübecker Stolpersteinen gezeigt. Sie ergänzt die Inhalte des Theaterabends um lokale Biografien und erinnert an Opfer des Nationalsozialismus aus der Stadt.