
»Der unsichere Mann – Männlichkeit und Maskerade in ›Buddenbrooks‹« mit Prof. Dr. Hans Wißkirchen und Musik, gespielt von Studierenden der MHL. Ringvorlesung zum Jubiläum »125 Jahre Thomas Manns ›Buddenbrooks‹« in Kooperation mit dem Buddenbrookhaus Lübeck und dem Brahms-Institut an der MHL.
Der Roman »Buddenbrooks. Verfall einer Familie« feiert 2026 seinen 125. Geburtstag. Aus diesem Anlass veranstalten das Buddenbrookhaus, das Brahms-Institut an der MHL und die MHL in Kooperation eine mehrteilige Ringvorlesung. An insgesamt sieben Terminen sind hochkarätige Referierende nach Lübeck eingeladen. Alle Vorträge der Ringvorlesung werden durch musikalische Werke, gespielt von Studierenden der MHL, begleitet.
Ringvorlesung I
»Buddenbrooks« sind auf den ersten Blick ein von Männern geprägter Roman des 19. Jahrhunderts. Sie treiben die Handlung voran. Sie bestimmen über die Frauen. Dass es um die Männlichkeit des Helden Thomas Buddenbrook eigentümlich bestellt ist, dass er immer mehr zum unsicheren Mann mutiert, der sich seiner Männlichkeit nicht mehr sicher ist und deshalb mit immer stärkerer Maskerade den starken und erfolgreichen Mann nur spielen kann, will der Vortrag zeigen. »Buddenbrooks« sind so gelesen ein sehr moderner Text, der in das 20. Jahrhundert vorausweist.
Hans Wißkirchen hat über Werke von Thomas Mann promoviert, war entscheidend am Aufbau des Buddenbrookhauses zu einer Gedenk- und Forschungsstätte beteiligt und als Direktor der Kulturstiftung Hansestadt Lübeck bis Ende 2022 für die Museen der Stadt verantwortlich. Er ist Präsident der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft und Honorarprofessor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität zu Lübeck. Er hat zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Familie Mann geschrieben, war lange Jahre Mitherausgeber des Heinrich Mann Jahrbuchs und ist Mitherausgeber des Thomas Mann Jahrbuchs.
Foto: Thomas Mann, (c) ETH-Bibliothek Zürich Thomas-Mann-Archiv