
Am Sonntag, 7. Dezember 2025, findet um 16 Uhr in St. Jakobi das traditionelle „Konzert zum 7. Dezember“ statt – im Gedenken an Willy Brandts Kniefall von 1970 in Warschau. Aufgeführt wird „König David“ von Arthur Honegger, ein „symphonischer Psalm“ in drei Teilen nach dem Drama von René Morax. Mitwirken werden Anna Herbgetraagst (Sopran), Nicole Pieper (Alt), Isaak Lee (Tenor), Peter Bieringer (Sprecher), der Jakobi- und Domchor Lübeck sowie Mitglieder der Lübecker Philharmoniker unter der Leitung von Ulrike Gast.
Honegger komponierte „König David“ 1921 ursprünglich als Schauspielmusik zur Wiedereröffnung eines Volkstheaters in der Schweiz. Die Uraufführung war ein großer Erfolg. Die damalige Orchesterbesetzung – mit Holz- und Blechbläsern, großem Schlagwerk, Célesta, Klavier und Harmonium – wird auch in Lübeck zu hören sein. Wenig später überarbeitete Honegger die Musik zu einem Oratorium, das 1923 entstand und durch drei Solostimmen und einen Erzähler erweitert wurde. Statt Rezitativen führt der Sprecher durch die Handlung, während Chor, Solisten und Instrumentalmusik das Geschehen kommentieren. Grundlage ist die biblische Geschichte von König David aus den Samuelbüchern und dem 1. Buch der Könige. Arthur Honegger Arthur Honegger (1892–1955), Mitglied der berühmten Pariser „Groupe Les Six“, war einer der bedeutendsten Komponisten seiner Generation. Er schrieb Oratorien, Opern, Sinfonien, Kammermusik und Filmmusiken. Seine Werke verbinden strenge Form, tiefe Innerlichkeit sowie Einflüsse von mittelalterlicher Polyphonie bis hin zu Jazz und moderner Rhythmik.
Die „Stiftung zum 7. Dezember 1970“ und der Lübecker Bach-Chor gedenken auf diese Weise dem Kniefall des deutschen Bundeskanzlers Willy Brandts vor dem „Ehrenmal für die Helden des Aufstands im Warschauer Ghetto von 1943“ am 7. Dezember 1970. 25 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs und der NS-Diktatur bekannte sich Brandt mit dieser Demutsgeste zur deutschen Schuld an den Verbrechen in Polen.
Die Erinnerung an den Kniefall Willy Brandts soll als Beleg dafür weiterleben, dass ein humanes Zeichen und ein Signal Aggression, Gewalt und Waffen überflüssig machen können. Aus diesem Grund erinnert die Lübecker Stiftung zum 7. Dezember 1970 in einer der vier Innenstadtkirchen Lübecks mit einem jährlichen Konzert an den Kniefall Willy Brandts. Weitere Aufgaben der Stiftung sind, die internationale Gesinnung, die Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und der Völkerverständigung sowie der Kunst und Kultur zu fördern.
Veranstalterin des Konzerts ist die „Stiftung zum 7. Dezember 1970“, die für Ihre Spenden am Ausgang oder auf das Konto DE05 5206 0410 0106 4394 70 dankbar ist.
Mit dieser Spende tragen Sie dazu bei, die Erinnerung an die Verbrechen der NS-Diktatur auch in den Herzen nachfolgender Generationen am Leben zu erhalten. Herzlichen Dank!