„über[s]malen“ - Thematische Gruppenausstellung in der xpon-art gallery

Samstag, 16. Juli 2016, 18:00 - 21:00
xpon-art galleryRepsoldstraße 45, 20097 Hamburg
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Die Malerei hat es nicht leicht – gerade in der modernen Kunst wird ständig ihr Tod proklamiert. Verschwindet sie oder wird sie fortwährend übermalt? Aktuell jedenfalls ist sie so lebendig wie nie, ist facettenreich, vielfältig, medienüberschreitend, experimentell, neugierig. 15 künstlerische Positionen führen in der Gruppenausstellung über[s]malen in der xpon-art gallery ein gewaltiges Spektrum an Möglichkeiten der zeitgenössischen Malerei vor Augen, welches durch eine große Vitalität geprägt ist und ahnen lässt, dass in Sachen Malerei noch lange nicht das letzte Wort gesprochen ist.

Benjamin Appelt spielt in seinen Bildern mit Schein und Sein – die Leinwand wird durch bedruckte Stoffe ersetzt, die einen gemalten Hintergrund suggerieren, letztlich jedoch industriell gefertigtes Produkt sind. Vorgefundenes benutzt auch Brigitta Höppner als Malgrund – sie übermalt alte Unterleg-Malplatten ihrer Schüler und generiert dabei aus den vorhandenen Strukturen und Farbresten neue Formen.

Die Möglichkeiten des Materials thematisiert Christina von Grote. Ihre Arbeiten bestechen durch die durchscheinende und gleichzeitig farbintensive Oberfläche, welche unter anderem durch die Zuhilfenahme von Wachs erreicht wird. Malwin Fabers Bilder dagegen zeigen den progressiven Aspekt des Malens: sie entstehen durch Überkleben, Malen, Abziehen, wieder Übermalen, wieder Überkleben...

Bei Christina Baumann treffen zwei Medien aufeinander: Sie übermalt Radierungen, die sie selbst einige Jahre zuvor angefertigt hat. Der feine Schimmer der Drucke kontrastiert mit dem ruppigen Farbauftrag und mündet in einer dynamischen Diskrepanz. Andere Medien, jedoch ein ähnliches Prinzip, benutzt Brigitte Marzi. Ihre mit der Rakel übermalten Fotografien lassen neue abstrakte Bildwelten entstehen, welche ihren Ausgangspunkt im Motiv des zugrundeliegenden Fotos haben. Damit nimmt sie Bezug auf den Diskurs, der mit dem Aufkommen der Fotographie im 19 Jahrhundert entfacht wurde.

Dieser wird auch bei Katja Staats ins Bild bzw. auf die Tasche gesetzt. In Hipster-Manier zitiert sie das Nachdenken über die Funktion der Malerei in Zeiten technischer Reproduzierbarkeit. In seiner Kombination von Fotodrucken von Internet-Vorlagen und Fotokopien mit Malerei entwickelt Ralf-Rainer Odenwald seine ganz eigene Bildsprache und schafft faszinierende und beklemmende Bildwelten, in denen die unterschiedlichen Materialien miteinander verschmelzen. Einige Jahrhunderte früher setzen Fernando de Brito und Peter Heikenwälder an. Ein Bild des Renaissance-Malers Agnolo Bronzino dient ihnen als Vorlage für eine übermalende Neuinterpretation des Sujets. Alte Meister sind auch die Basis für die Bilder des in Indien lebenden Nandan Ghiya. Er dekonstruiert sie und eröffnet so neue Perspektiven auf klassische Flachware.

Teamarbeit sind die Werke von Fahr & Perelló Farré. In einem Prozess des Malens und gegenseitigen Übermalens finden sie schlussendlich eine Bildlösung, die für beide Künstlerinnen überzeugend ist. Nicht miteinander, dafür aber nacheinander haben Arne Lösekann und Anna Goldmund gearbeitet. Arnes Fotocollagen wurden von Anna übermalt - zwei Künstler, ein Werk.

Dass Malerei auch Skulptur oder gar Film sein kann, zeigen die Arbeiten von nataljusch und Tobias Becker. nataljusch zitiert dabei sowohl Joseph Beuys, als auch Pussy Riot, während Tobias Becker sich dem alltäglichen Wahnsinn widmet und Gegenstände mit Video-Projektionen sowohl bildlich, als auch inhaltlich übermalt.

Eine besondere Freude ist es für die xpon-art gallery, Yvonne Dippmann erneut ausstellen zu können. Die Künstlerin wird ihr 2011 in den Räumen der Galerie entstandenes Wandbild übermalen. Wir sind gespannt auf die „Renovierung“!

Teilnehmende Künstler:
Arne Lösekann + Anna Goldmund, Benjamin Appelt, Brigitta Höppner, Brigitte Marzi, Christina Baumann, Christina von Grote, Fahr & Perelló Farré, Fernando de Brito + Peter Heikenwälder, Ivonne Dippmann, Katja Staats, Malwin Faber, Nandan Ghiya, nataljusch, Ralf-Rainer Odenwald, Tobias Becker.

Bild: Brigitte Marzi

 

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 21. August 2016 jeweils Samstag bis Dienstag von 18 bis 21 Uhr (und nach Vereinbarung).


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