Die Euthanasie-Morde, vielfach tabuisiert bis heute

Dienstag, 19. Oktober 2021, 19:00
Reformierte KircheKönigstraße 18, 23552 Lübeck
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Zwischen 1939 und 1945 wurden 200.000 Deutsche von Deutschen ermordet, weil sie behindert oder dement, psychisch oder an der Alkoholsucht erkrankt waren, an fortgeschrittener Syphilis litten oder als „asoziale Tuberkulöse“ galten. Über sie alle schwiegen auch nach Kriegsende die meisten Familien, machten ermordete Mütter, Töchter und Söhne vergessen, Geschwister, Tanten und Onkel, Väter, Cousinen und Cousins. Heute gehören diesen Familien mehrere Millionen Nachfahren an. Die allermeisten von ihnen wissen nicht, dass einer ihrer direkten Vorfahren von deutschen Gesundheitsbehörden, Ärzten, Hebammen und Krankenschwestern als „lebensunwert“ eingestuft und deshalb in einer Gaskammer ersticken musste oder mit Hilfe einer Todesspritze fast spurlos verschwand.

Der Historiker und Publizist Götz Aly fragt in seinem Vortrag nach den Gründen für das familiäre und gesellschaftliche Tabu und eröffnet damit die Videoinstallation „Das sind ihre Namen“. Der Grafiker Uli Schmidts erinnert mit dieser öffentlichen Intervention an die Namen und Schicksale der Opfer aus Lübeck. Der Künstler ist anwesend und spricht über die Entstehung der Installation.

Die Kooperationsveranstaltung mit der Evangelisch-Reformierten Kirche Lübeck und dem Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung der Universität zu Lübeck findet statt im Rahmen der Veranstaltungsreihe „plötzlich weg. Zur Deportation und Ermordung von über 600 Menschen aus den Lübecker Heilanstalten 1940/41“.

Der Eintritt ist frei.

Es gelten die jeweils aktuellen Hygienevorgaben. Wir bitten um verbindliche Anmeldung unter 0451-122 425 0, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Online-Formular.


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