
Bildervortrag von Wolf-Rüdiger Ohlhoff mit Originalfotos und Swingmusik aus der Hamburger Swing-Jugend-Szene
Sie waren die sogenannte "Hamburger Swing Jugend": Ca. 1.500 Jungen und Mädchen im Alter von 14-21 Jahren. Meist kamen sie aus dem Mittelstand und dem gehobenen Bürgertum. Viele waren Gymnasiast:innen aus wohlhabenden Familien, aber auch Lehrlinge und Schüler:innen aus Arbeiterfamilien zählten dazu. Inspiriert vom Freiheitsgefühl des anglo-amerikanischen Lebensstil versuchten sie sich dem Dienst in der Hitler-Jugend zu entziehen. Mit ihrer Kleidung und ihrer verbotenen Vorliebe für die verbotene Swingmusik und den Swingtanz suchten sie eine autonome Ausdrucksmöglichkeit in Abgrenzung zur von oben verordneten Konformität des Nationalsozialismus und der Hitlerjugend. Mit dramatischen Folgen: Zwischen 1940 und 1944 wurden in Hamburg ca. 400 Jugendliche verhaftet und in das Fuhlsbütteler Polizeigefängnis eingeliefert. Etwa 70 der Verhafteten gelangten von dort in die Jugendkonzentrationslager Moringen und Uckermark sowie in das KZ Neuengamme.
Originalfotos aus der Hamburger Swing-Jugend-Szene und Original Swingmusik von Schellackplatten vom Original "Hotkoffer" (Grammophon), mit dem die Swing Jugend ihre Swing-Sessions begleitete, untermalen den 90-minütigen Bildervortrag von Wolf Rüdiger Ohlhoff.