Eric Gales „Middle of the road“
He’s the Boogie man

Sabine VierusVon

Wenn man sich ihn auf einigen Bildern anschaut, meint man, Eric Gales sei eher ein Rapper denn ein Bluesmusiker. Doch schon beim Hören des ersten Songs des neuen Albums Middle of the road wird schnell klar, um welche Musik es sich hierbei handelt: Nämlich um Bluesmusik at it´s best.

 Mit diesem Album präsentiert der Musiker Eric Gales, geboren 1974 in Memphis-Tennessee, bereits sein vierzehntes Werk. Er begann bereits mit vier Jahren Gitarre zu spielen. Hierbei wurde er von seinen älteren Brüdern unterstützt, die ihm, unter anderem, Songs von Jimi Hendrix, Albert King und B. B. King beibrachten. Seine Wurzeln liegen glasklar beim Blues, aber auch als Rapper lieh er den Hip-Hop-Gruppen Prophet Posse und Three 6 Mafia seine Stimme.

Musikerkollegen bezeichnen Eric Gales als „Wunderkind“ und „am meisten unterschätzt“. Joe Bonamassa, seines Zeichens ebenfalls Bluesmusiker, sagt vom ihm, er sei einer der größten Gitarristen der Gegenwart. Er veröffentlichte zehn Alben auf Major-Plattenlabeln, aber der große Erfolg blieb ihm trotz alledem bisher versagt.

Er ist an diversen „Tribute to“-Alben beteiligt gewesen und steuerte den Song „May this be love“ zum Jimi-Hendrix-Tribute-Album „Power of soul“ bei, auf dem Künstler wie Santana, Prince, Eric Clapton und Lenny Kravitz zu hören sind.

Umso mehr sind dies Gründe, sich dieses Album anzuhören. Eric Gales versteht sein Handwerk nur zu gut. Er präsentiert elf Songs, die alle auf ihre Art kraftvoll und intensiv sind. Gales setzt dabei seine Gitarre virtuos ein. „Good Times“, Track Nummer eins, leitet genau dies ein: eine gute Zeit, die man hier beim Hören haben wird.

Der Künstler stellt sein Bluestalent mehrfach eindrucksvoll unter Beweis. Hierbei besonders zu erwähnen sind die Songs Change in meI‘ve been deceived. Bei I don‘t know bedient Gales die Saiten so kraftvoll, als würde er leibhaftig im Raum stehen und live spielen. Er ist genau das, was ein anderer Song sagt: He ist the Boogie Man.

Aber auch die sanften Töne weiß er grandios umzusetzen: „Help me let go“ ist eine gelungene Ballade, bei der die Gitarre von einer anderen „Saite“ klingt und die ruhige Stimmung an den Hörer gefühlvoll überträgt.

Beendet wird das elf Tracks umfassende Werk vom Instrumentalstück „Swamp“, das an den Eric Clapton der 70er Jahre erinnert. Man meint, Eric Gales auf dem Zug abfahren zu sehen, auf dessen Gleisen er auf seinem Albumcover eben noch gesessen hat, und winkt ihm entspannt nach. Bleibt zu hoffen, dass er sich mit diesem Zug auch einmal auf eine Tour durch Deutschland aufmacht.

Die Musik Eric Gales‘ sollte auf der Bühne unbedingt live zu sehen sein!

Eric Gales: Middle of the road, Mascot Label Group (rough trade), 24. Februar 2017, Amazon.

Sabine Vierus
Sabine Vierus
Jahrgang 1971, in Lübeck geboren, gelernte Kauffrau, ihre Leidenschaften sind Musik und Fotografie. Seit 2015 schreibt sie für "unser Lübeck".
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