Stéphane Hessel: Widerstandskämpfer, Überlebender und lebenslanger Aktivist Vortrag in der Gedenkstätte: zum 70. Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte

Sonntag, 9. Dezember 2018, 15:00
Gedenkstätte AhrensbökFlachsröste 16, 23623 Ahrensbök
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Es grenzte an ein Wunder, dass er überlebte. Weil ein Mithäftling  (Eugen Kogon) ihm die Identität eines zuvor verstorbenen Häftlings verschaffte, konnte der als Spion von der Gestapo in Paris verhaftete französische Widerstandskämpfer Stéphane Hessel die Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora lebend verlassen.

Er wusste das Überleben zu nutzen. Stéphane Hessel, in Berlin als Sohn des Schriftstellers Franz Hessel und der Modejournalistin Helen Grund geboren, war ein lebenslanger Aktivist. Die Familie  lebte seit1924 in Frankreich, Sohn Stéphane war seit 1937 französischer Staatsbürger. Nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Diktatur und der Befreiung aus KZ-Haft ging Hessel 1946 zu den Vereinten Nationen in New York, wo er die Erklärung der Menschenrechte mitverfasste. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde am 10. Dezember 1948 von der UN-Generalversammlung verkündet und statuierte: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“.

Der Historiker Jörg Wollenberg führte in den Jahren 2007 und 2008 mehrere Gespräche mit Hessel, der 2013 in Paris starb. Aus Anlass des 70. Jahrestages der Erklärung der Menschenrechte wird Wollenberg am Sonntag, den 9. Dezember 2018 um 15 Uhr in der Gedenkstätte Ahrensbök in einem Vortrag mit Filmausschnitten über seine Gespräche mit Stéphane Hessel  in Bild und Ton berichten.  Interessierte sind zu der spannenden Veranstaltung eingeladen.

Als   „Ambassadeur der France“ für das befreite Frankreich setzte sich Hessel in den folgenden Jahren für die Absicherung und den Ausbau der Menschenrechte ein. Als über 90jähriger Erfolgsautor veröffentlichte er 2010/11 die viel diskutierten Streitschriften „Empört Euch!“ und „Engagiert Euch!“. Sie wurden in 40 Sprachen auch ins Deutsche übersetzt und in Millionen-auflagen gedruckt. Erneut forderte Hessel in diesen Schriften zum friedlichen Widerstand und gegen die Verletzung der Menschrechte und die Zerstörung der Umwelt auf

Die Gedenkstätte ist jeden Sonntag von 14.00 bis 17.00 Uhr, jeden Dienstag und jeden Donnerstag von 09.00 bis 12 Uhr geöffnet. Sie kann nach Anmeldung auch an anderen Tagen besucht werden. Das
Gebäude liegt direkt an der Bundesstraße 432 (Koordinaten: 54.026198,10.593623), Flachsröste 16 im
Ahrensböker Ortsteil Holstendorf. Telefon 04525 – 493 060, E mail: gedenkstaetteahrensboek@tonline.
de. Eintritt und Führungen sowie Teilnahme an Veranstaltungen sind kostenfrei. Spenden sind willkommen.
Extra Parkmöglichkeiten: B 432 Einfahrt Flachsröste, links über das Betriebsgelände der Firma
OHZ, Ostholsteinisches Holzkontor


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