Haydns Klavierwerke IV – VI

Sonntag, 9. Dezember 2018, 17:00
Musikhochschule – Großer SaalAn der Obertrave, 23552 Lübeck
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Joseph Haydn gehört zu den großen Komponisten der Wiener Klassik. Sein Klavierwerk steht im Mittelpunkt eines sechsteiligen Konzertzyklus, zu dem die Musikhochschule Lübeck (MHL) am Samstag 8. Dezember ab 18 Uhr und am Sonntag, 9. Dezember ab 17 Uhr mit jeweils drei Konzerten einlädt. Sechzehn MHL-Studierende der Klavierklassen und der Musiktheorie geben in moderierten Konzerten einen Einblick in das Lebenswerk des Komponisten.

Im sechsteiligen Konzertzyklus stellen die jungen Interpreten aus den MHL-Klavierklassen und die Moderatoren aus den Theorieklassen gemeinsam mit Professor Sascha Lino Lemke das umfassende Klavierschaffen des großen Komponisten vor und zeigen, dass er oft zu Unrecht im Schatten von Mozart und Beethoven steht. Anhand von Klangbeispielen geben sie einen Einblick in Haydns Leben und einen chronologischen Überblick über sein Klavierwerk. Es moderieren Ya-Chuan Wu, Lars Opfermann und Sascha Lino Lemke.

Der Konzertzyklus startet unter dem Motto „Quasi una fantasia“ mit drei Werken aus allen Schaffensperioden Haydns. Weitere Themenkonzerte wie „Original und Fälschung“ führen von Haydns frühen Werke über „Clavierinstrumente“, „Formspiele und Klangrede“ und „Haydn und die Welt“ bis hin zu seinen großformatigen „Londoner Konzert-Sonaten“, die Haydn in seinen späten Jahren in England komponierte. Ursprünglich nur für den höfischen Klavierunterricht konzipiert, eroberten sie, auch durch die Entwicklung klangvollerer Instrumente, schließlich doch den Konzertsaal. In seinem reichen Sonatenschaffen – Haydn komponierte allein über 60 Klaviersonaten –  entwickelte er die Gattung mit einem unbändigen Experimentierwillen weiter und brach durch seinen radikalen Umgang mit der Form manche Konvention. Dabei breitet er eine Fülle schöner Melodien, harmonischen Reichtum, spielerischen Witz und metrische Überraschungen aus. „Jedes seiner Klavierstücke ist eigen. Haydn bricht dabei immer wieder mit der Hörerwartung des Publikums. Den jungen Interpreten wird dabei viel Virtuosität und ein großes Spektrum stilistischer und spieltechnischer Differenzierung abverlangt“, erläutert MHL-Klavierprofessorin Konstanze Eickhorst. Seit Beginn des Wintersemesters haben die jungen Pianistinnen und Pianisten, die aus sechs Nationen nach Lübeck gekommen sind, an den Werken gearbeitet.

1761 wurde Haydn Kapellmeister auf dem Landsitz der wohlhabenden ungarischen Familie Esterházy in Eisenstadt. In Abgeschiedenheit von anderen Komponisten und musikalischen Strömungen entwickelte er dabei eine musikalische Eigenständigkeit, die auch in seinem abwechslungsreichen Klavierwerk zum Ausdruck kommt. In seinen 30 Jahren als Hofmusiker des Fürsten führte er ein bodenständiges Leben. Er leitete Orchester und Oper und produzierte eine Fülle von Kompositionen. Haydn selbst schrieb dazu: „Ich war von der Welt abgesondert, niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irremachen und quälen, und so musste ich original werden.“ Als Fürst Esterhazy 1790 starb, änderte sich Haydns Leben: Der an Musik uninteressierte Nachfolger des Fürsten entließ die gesamte Hofmusik und schickte Haydn in Pension. Mit fast 60 Jahren ging der Komponist daraufhin nach England, wo er seine neuen Sinfonien mit großem Orchester aufführen konnte. Das Publikum stürmte in seine Konzerte und so konnte er spät schließlich doch noch internationalen Ruhm erwerben.

Der Eintritt für jeweils drei Konzerte (kein Einzelverkauf möglich) kostet 14 Euro und 19 Euro (ermäßigt 8 Euro und 12 Euro). Karten gibt es bei allen dem Lübeck-Ticket angeschlossenen Vorverkaufsstellen und online unter www.luebeck-ticket.de. Restkarten sind eine Stunde vor Konzertbeginn an der Abendkasse „An der Obertrave“ erhältlich.


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