„kraft_akt“ in der xpon-art gallery

Samstag, 2. Juli 2016, 18:00 - 21:00
xpon-art galleryRepsoldstraße 45, 20097 Hamburg
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Kraft und Akt: von Schöpfungsmythen und der Kraft der Natur über die Darstellung nackter Körper und den damit verbundenen Tabus bis hin zu Kraftanstrengungen und Kraftspielen reicht das Themenspektrum der Ausstellung „kraft_akt“ in der Hamburger xpon-art gallery. Gezeigt werden 14 künstlerische Positionen aus den Gattungen Malerei, Zeichnung, Fotografie, Video, Plastik, Objekt und Installation.

Kraft und Akt – zwei Themen so alt wie die Menschheit selbst. Zum einen spielt Kraft mit ihren Synonymen Macht, Stärke und Energie eine wesentliche Rolle in jedem Versuch die Welt zu erklären – von den frühesten Schöpfungsmythen bis zur Relativitätstheorie. Und zum anderen ist der Akt die Urform der menschlichen Darstellung: die ältesten überlieferten Abbildungen zeigen unbekleidete Menschen. Bis heute ist es nicht unüblich über ein Aktbild zu sagen, es sei kraftvoll. Alles was anstrengend ist, kann ein Kraftakt sein - selbst das morgendliche Aufstehen. War der Akt der Schöpfung auch anstrengend? Wir wissen es nicht. Doch Kraft ist immer im Spiel, denn ohne Energie passiert gar nichts, egal ab man einen Priester oder einen Physiker fragt.

In der Ausstellung „kraft_akt“ werden Aspekte von Kampf und Spiel, Macht und Ohnmacht, von Tabu und Zügellosigkeit thematisiert. Elica Tabakova etwa bringt „fast“ klassische Aktbilder aufs Papier die durch ihre Reduktion bestechen und viel Raum für Assoziationen lassen. Mit Akten und Aktfragmenten arbeitet auch Errkaa, der großformatige Papierarbeiten als „existentialistische Hängung“ temporär im öffentlichen Raum installiert und diese in Videos festhält. An der Grenze zwischen Kunst und Handwerk bewegen sich die fotorealistischen Aktzeichnungen und gespachtelten Aktreliefs von Gerrit Mencke. Neben der Auseinandersetzung mit der Darstellung von Körpern reflektieren seine Arbeiten auch kunsttheoretische Aspekte. Ebenfalls mit dem menschlichen Körper befasst sich Mona Schewe-Buggea. Ihre Plastiken aus Papier führen die mit persönlichen Kämpfen und Konflikten verbundenen Kraftanstrengungen vor Augen.

Innere Konflikte und die Kraftakte bei ihrer Bewältigung bilden die Grundlage einer Videoarbeit der russischen Künstlerinnen Yanina Sharipova und Alexandra Razina. Den eigenen Lebensweg und den Kraftakt, den jede Reise und jeder Neuanfang bedeuten kann, thematisieren Sina Brüggemann und Florian Huber mit einer raumgreifenden Installation.

Ing-Marie Hille illustriert den Akt der Schöpfung als Tapetenentwurf und fragt, ob es vor dem Schöpfungsakt eigentlich einen Entwurf für die Welt gab und ob Gott sich die Erde selbst als Geschenk gegen seine Langeweile machte. Demgegenüber präsentiert Johanna Haupt eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit Schmerz und Transformationsprozessen. Die Kraft der Natur findet sich als zentrales Motiv in den Fotografien von Anya Troetschel-Nicolaysen, die in der direkten Umgebung der xpon-art gallery Blumen fotografiert hat, welche sich ihren Weg durch Mauerspalten und Ritzen im Asphalt bahnen. Im weitesten Sinn mit Schöpfung, Vermehrung und Geburt (und den damit zusammenhängenden Anstrengungen) beschäftigen sich auch die Arbeiten von Monika Schröder: abstrakte und doch scheinbar männlich und weiblich zuzuordnende Latexobjekte und Videos.

Der Gegensatz von Leichtigkeit und Schwere sowie die Kräfte zu Herstellung eines Gleichgewichts finden sich in der Rauminstallation von Jens J. Meyer wieder. Auch Steffen Plorin untersucht Phänomene von Kraft und Gegenkraft - am Beispiel von Gummibändern. Poesie und Banalität treffen in seiner dreiteiligen Installation aus Photographie, Video und Objekt aufeinander.

Albern und abstoßend, faszinierend und verstörend ist die Fotografie von Ralph von Kaufmann: Kunststoffbrüste als Lichtradierung auf Kupferdruckpapier reproduziert. Mit Tabus und der Sexualisierung der Bilder beschäftigt sich auch Klaus Friese in seinen großformatigen Fotos und der interaktiven Installation „Arschfotobox“, in der jeder Besucher zur Vernissage und zur Finissage die Gelegenheit hat, ein Bild des eigenen Hinterns zu fotografieren– anonym und doch persönlich.

Bild: Monika Schröder: „prōtótypos 4, “Latex-Objekt, 2014.
Foto: Monika Schröder

Thematische Gruppenausstellung vom 11.- 21. Juni und 27. Juni bis 3. Juli 2016
Öffnungszeiten: Samstag bis Dienstag, 18 - 21 Uhr (und nach Vereinbarung)


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