Ausstellungseröffnung: Luxus, Lotterleben, Lifestyle – Tee verändert Nordeuropa

Samstag, 1. Oktober 2022, 18:00
St. Annen-MuseumSt. Annen-Straße 15, 23552 Lübeck
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Tee ist inzwischen das nach Wasser beliebteste Getränk der Welt und kaum noch aus dem Alltag wegzudenken: Bunte Bubble-Tea-Läden erobern die Innenstädte, Chai- und Matcha-Tea-Latte laufen dem Latte Macchiato den Rang ab. Drogerien vertreiben Tee-Mischungen mit verheißungsvollen Namen wie „Seelenwärmer“ und „Spaßmacher“ und Start-ups machen mit „Detox-Tee“ ein Vermögen. Selbst Deutschrapper:innen wie Shirin David und Capital Bra vermarkten inzwischen ihren eigenen Eistee.

Doch bis hierhin war es ein weiter Weg: Die Blätter der aus China stammende Teepflanze verbreiteten sich erst seit dem 17. Jahrhundert allmählich in Europa. Wie Seide und Porzellan musste auch Tee mit großem Aufwand und hohen Risiken von China um die halbe Welt transportiert werden.

Das exotische Getränk verbreitete sich in Europa zunächst in höfischen Kreisen, wo es eine sagenhafte China-Mode auslöste: Gartenpavillons wurden in Form chinesischer Pagoden gebaut, Porzellan aus China füllte Tafeln sowie die Wände von Kabinetten und chinesische Landschaften und Figuren, wie die Porzellanmaler sie sich vorstellten, wurden beliebte Dekore. Es entstand ein neuer Bedarf an Gefäßen zum stilechten Verstauen und Genießen des Tees sowie Geräte und Möbel für die Zubereitung mit heißem Wasser. Die lange nur in China bekannte Zusammensetzung von Porzellan wurde immer eifriger erforscht und endlich von Johann Friedrich Böttger 1709 in Meißen entdeckt.

Wie das Porzellan wurde auch der Tee im 18. Jahrhundert in größeren Mengen und zu günstigeren Preisen verfügbar und zu einer ernüchternden Alternative der Alltagsgetränke Bier und Wein. Tee beflügelte den geistigen Austausch und wurde als Getränk der Vernunft bei den Aufklärern beliebt. Besonders Frauen erfreuten sich am Austausch bei Teerunden, die ihnen vollkommen neue Freiräume eröffneten. Der Siegeszug des Tees in Nordeuropa war nicht mehr zu stoppen. Vor allem in England und Ostfriesland entstanden sehr eigenständige und ausgeprägte Teekulturen. Seitdem währt die Beliebtheit des Tees und erlebt immer neue Moden und Trends, wenn sie auch durch den Kaffee einen bitteren Konkurrenten hat.

Eröffnung am 1.10.22 um 18:00

Begrüßung:
Monika Frank
Senatorin für Kultur und Bildung

Gespräch zur Ausstellung:
Dr. Dagmar Täube, Leiterin des St. Annen-Museums
Anna Lena Frank, wiss. Volontärin
Julia Hartenstein, wiss. Mitarbeiterin

Musikalische Begleitung:
Hannes Pries, Percussion und E-Piano
Lina Gronemeyer, Klarinette

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 23.09.2022
unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. 0451/122-4134

Die Ausstellung läuft vom 2.10.22 bis 29.1.23

Öffnungszeiten:
01.04. - 31.12.: 10-17 Uhr
01.01. - 31.03.: 11-17 Uhr

Preis: Erwachsene: 8,-/Ermäßigte 4,-/ Kinder: 2,50 €


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