Das abrupte Ende einer großen Geigerin - Ausstellung über Alma Rose und das Mädchenorchester von Auschwitz

Sonntag, 9. Oktober 2022, 15:00
Gedenkstätte AhrensbökFlachsröste 16, 23623 Ahrensbök
Alma Rosé Geigenspiel Zeichng.jpeg

Ein erfolgreiches Leben endete abrupt. Als Österreich den Anschluss an Nazideutschland bejubelte, musste die international gefeierte Violinistin Alma Rosé aus ihrem Herkunftsland
Österreich nach London flüchten, nahm noch einmal ein Engagement in den Niederlanden an, wurde von den Deutschen gefasst und in das Vernichtungslager Auschwitz verschleppt. Der
Nachwelt ist sie als Leiterin eines so genannten Mädchenorchesters in Erinnerung geblieben, das täglich beim Verlassen des KZ und bei der Rückkehr erschöpfter Häftlinge musizieren
musste.

„Das Mädchenorchester von Auschwitz“ heißt eine Ausstellung, die am Sonntag, den 9. Oktober 2022 um 15.00 Uhr in der Gedenkstätte Ahrensbök eröffnet wird. In 18 großformatigen
Tuschezeichnungen der Lübecker Künstlerin Michaela Berning-Tournier werden Szenen aus dem frühen Leben Alma Rosés und aus dem KZ-Alltag dargestellt: die gefeierte Musikerin vor
ihrer Deportation und das von ihr geleitete Orchester in Auschwitz, wie es vor der Lagerleitung und bei Hinrichtungen musizieren musste.
Die Künstlerin Michaela Berning-Tournier wird in die
Ausstellung einführen, die Schauspielerin Heidi Züger Texte zu lesen und die Akkordeonistin Martina Tegtmeyer die Veranstaltung musikalisch begleiten.
Alma Rosé, 1906 geboren, wuchs sie in einer Musikerfamilie auf, zu der ihr Onkel, der Komponist Gustav Mahler, gehörte. Als junge Musikerin gründete sie das Orchester „Die
Wiener Walzermädeln“, mit dem sie Konzertreisen durch weite Teile Europas unternahm.
In Auschwitz wurde Alma Rosés Vergangenheit und ihr Talent erkannt. Sie wurde zur Leiterin des „Orchesters weiblicher Gefangener“ ernannt, zu dem die heute international berühmte
Cellistin Anita Lasker-Wallfisch gehörte.
Das Leben der Alma Rosé endete nicht in der
Gaskammer: Alma Rosé starb in Auschwitz am 4. April 1944 an den Folgen einer Lebensmittelvergiftung.

 

 

Alma Rosé: Tuschezeichnung der Künstlerin Michaela Berning-Tournier

Die Eröffnung der Ausstellung in der Gedenkstätte Ahrensbök findet in feierlichem Rahmen statt. Die Künstlerin Michaela Berning-Tournier nennt als Motiv für ihre Arbeiten den „Horror,
den ich kriege, wenn manche Leute den Holocaust erharmlosen oder ihn als Vogelschiss bezeichnen. Diese Zeit darf nicht vergessen werden“. Die Schweizer Schauspielerin Heidi
Züger, international unterwegs zu Lesungen und Rezitationen, liest aus einer Biografie über Alma Rosé. Und die Musikerin Martina Tegtmeyer spielt auf dem Akkordeon zum Thema der
Ausstellung passende Musikstücke.
Interessierte sind zu dieser Veranstaltung in die Gedenkstätte Ahrensbök eingeladen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.
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Die Gedenkstätte ist dienstags bis freitags von 10.00 bis 13.00 Uhr geöffnet und jeden Sonntag von
14.00 bis 17.00 Uhr. Das Gebäude liegt direkt an der Bundesstraße 432 (Koordinaten:
54.026198,10.593623), Flachsröste 16 im Ahrensböker OT Holstendorf. Telefon 04525 – 493 060,
E mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Es gelten die vorgeschriebenen Hygiene- und
Abstandsverordnungen der am Tag des Besuchs gültigen Verordnung des Landes Schleswig-Holstein.
Bildtexte
Alma Rosé: Tuschezeichnung der Künstlerin Michaela Berning-Tournier
Michaela Berning-Tournier: „Diese Zeit darf nicht vergessen werden“
Heidi Züger: Texte zum Thema der Ausstellung ausgewählt
Martina Tegtmeyer spielt passende Musikstücke zur Ausstellung


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