Abschlusskonzert der Bosauer Sommerkonzertreihe 2022

Sonntag, 2. Oktober 2022, 16:00
St. Petri-Kirche BosauHelmoldplatz 4, 23715 Bosau
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Nach einer Saison mit vielen schönen musikalischen Begegnungen findet nun am Erntedanksonntag, den 2. Oktober um 16 Uhr in der geschmückten St. Petri Kirche das Abschlusskonzert statt, gestaltet von Lennart Pries (Violine) und dem Kirchenmusiker Sergej Tcherepanov an der Orgel.
Lennart Pries nahm regelmäßig und mit Erfolg an Wettbewerben wie „Jugend Musiziert“ und „Hamburger Musikwettbewerb“ teil und wurde in ein Begabtenförderungsprogramm aufgenommen. Er konzertierte Solo und im Jugend-Orchester und entdeckte auf musikalischen Reisen Länder wie Ecuador, Norwegen, Russland und Polen. Nach einem erfolgreich absolvierten Studium für Violine, sowie Lehramt an der MH Lübeck, entwickelt er nun auch seit April 2022 seine instrumentalen Fähigkeiten an der Orgel im entsprechenden Kirchenmusik-Studium.
Auf dem Programm stehen barocke Werke, u. a. "La Folia" von Arcangelo Corelli und eine Sonate in D-Dur von Georg Friedrich Händel - eine von Händels letzten Violinsonaten mit Bass, die nicht mehr zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde. Dazu spielt Lennart Pries zwei Schmuckstücke für Violine alleine von Johann Sebastian Bach, aus der 3. Partita E-Dur der 1. Satz Preludio und aus 3. Sonate C-Dur 3. Satz Largo.
Arcangelo Corelli war der Superstar der Barockmusik, über hundert Jahre der meistverlegte Komponist der Musikgeschichte und ein Virtuose auf der Geige. Unvergessen bis heute ist "La Folia" - Ein verrücktes Stück Musik, das mitreißt und sofort ins Bein geht, es gehört zu den berühmtesten Variationenthemen in der Musikgeschichte. Die aus Spanien nach Italien importierte Mollmelodie mit dem einprägsamen harmonischen Verlauf wurde von zahllosen Komponisten für die unterschiedlichsten Instrumente variiert. Die klassische Fassung der Violinliteratur ist die Version von Corelli aus seinen 1700 publizierten Violinsonaten Opus 5. Als “Sonata 12” bilden die Variationen den Schlussstein des einzigen Bandes. In der Geigenstimme lesen sich die Variationen wie ein Kompendium der barocken Spieltechniken: schnelle Läufe im Wechsel mit dem Bass, Doppelgriffe zu bewegten Bassdreiklängen, gebrochene Dreiklänge in Triolen oder Sechszehnten, ausgehaltene Noten und kurz abgerissene. Der Schöpfer aber, der Zeit seines Lebens in römischen Palästen bei vornehmen Gönnern verkehrte und als “Prinz” der römischen Instrumentalisten alle Fäden des Orchesterwesens der Ewigen Stadt in der Hand hielt, galt als ausgesprochen sanftmütiger Charakter.
Nach einer Reihe barocker Werke erklingt das hochromantische Recitativo – Fantasia aus der Violinsonate A-Dur von César Franck in der Fassung für Violine und Orgel. Franck schrieb die Sonate als Hochzeitsgeschenk für seinen viel jüngeren Freund, den bedeutenden Violinvirtuosen Eugène Ysaye. Hier findet man mehr als nur angedeutete Erotik und Laszivität, die Kombination von Poesie und Sinnenfreude, Raffinesse und Leidenschaftlichkeit.
Das bravouröse Schlussstück des Konzertes ist das Finale aus der 6. Orgel-Symphonie von Louis Vierne, sein letztes großes, für die Orgel von Notre-Dame konzipiertes Werk. Über einem scharfen, im Pedal gespielten Paukenrhythmus entfaltet sich ein schillerndes Thema in der leuchtenden Tonart H-Dur, hier kann man die Begeisterung des Komponisten spüren. Das Werk entstand 1930 in Menton an der Côte d'Azur "im Angesicht des Meeres".

 

Bild: Veranstalter

Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Durchführung der Konzertreihe wird gebeten.


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