„Bilderstreit und Gesellschaftsumbruch“

Samstag, 12. Februar 2022, 16:00
Kunsthalle RostockSchwanenteichpark, Hamburger Str. 40, 18069 Rostock
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Wir laden Sie herzlich zum Vortrag von Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg im Rahmen der Ausstellung „Perspektivwechsel – Kunst nach 1945 aus den Sammlungen der Kunsthallen in Lübeck und Rostock“ in die Kunsthalle Rostock ein.

Ausgelöst wurde der „deutsch-deutsche Bilderstreit“ durch eine verbale Eskalation des aus der DDR stammenden Malers Georg Baselitz, der seine Weltkarriere allerdings in der Bundesrepublik hatte. Dieser hatte bereits im Jahr 1990 behauptet, in der DDR habe es „überhaupt keine Künstler gegeben, keine Maler. Keiner von denen hat je ein Bild gemalt. […] Keine Jubelmaler, ganz einfach Arschlöcher“. Die Empörung war zurecht enorm, aber es folgten verschiedene Etappen, in denen es vor allem um die Präsentation von Kunstwerken aus der DDR ging. Auch wurde der Streit verschärft durch die zuweilen beobachtbare Ignoranz mancher westlicher Museumsdirektoren einerseits und andererseits der gegen einstige „Staatsmaler“ gerichtete Reaktionen von Künstler:innen, die in der DDR in Gegenszenen aktiv gewesen waren.

Vielleicht entsinnt man sich kaum noch der Aussage des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Walter Momper, welcher nach der Maueröffnung ausrief, die Deutschen seien „das glücklichste Volk der Welt“. Davon ist heute kaum noch die Rede. Vielfältig sind im Transformationsprozess Enttäuschungen und Schwierigkeiten in den Vordergrund getreten, obwohl doch eine große Mehrheit der Menschen aus der DDR, wenn heute danach gefragt wird, ob sich ihre Lebenslage verbessert habe, dies durchaus bejahen. Aber viele fühlen sich nicht beteiligt oder sogar als Opfer. Vor diesem Hintergrund erweist sich der „deutsch-deutsch Bilderstreit“ als ein Stellvertreter-Diskurs im Prozess der Wiedervereinigung.

 

Der Soziologe Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg ist Seniorprofessor (Forschung) an der Technischen Universität Dresden. Als Gründungsprofessor des Instituts für Soziologie hat er seit dem Sommersemester 1992 den Lehrstuhl für Soziologische Theorie, Theoriegeschichte und Kultursoziologie inne. Dort war Rehberg zwischen 1994 und 1997 Dekan der Philosophischen Fakultät. Er war Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, wissenschaftlicher Leiter der Dresden School of Culture in der Dresden International University (Masterstudiengang „Kultur + Management“) und ist Mitglied des Sächsischen Kultursenates.

 

 

 

 


Kuratorinnen-Führung durch die Ausstellung „Perspektivwechsel“ am Sonntag, 13.02.2022 um 15 Uhr

Des Weiteren wird eine Führung durch die Ausstellung „Perspektivwechsel – Kunst nach 1945 aus den Sammlungen der Kunsthallen in Lübeck und Rostock“ mit den Kuratorinnen, Ann-Kristin Jürgensen (Kunsthalle St. Annen) und Melanie Ohst (Kunsthalle Rostock) angeboten.

Anmeldung bis Freitag, 11.02.22 um 16 Uhr
unter: +49 (0) 381 381-7005 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Aufgrund der Pandemie-Verordnungen haben wir ein geringeres Platzkontingent. Bitte beachten Sie die aktuellen Hygiene-Vorschriften. Es gilt eine 2G+ Regelung. Eine kostenlose Testmöglichkeit ist im Haus vorhanden.


Teilnahmegebühren sind im Eintrittspreis enthalten.
Eintritt: 8 EUR | 6 EUR ermäßigt | Rostocker Studierende kostenlos (Kulturticket)


Kunsthalle Rostock


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