Not macht erfinderisch – zivile Notgegenstände aus Militärmaterialien

Samstag, 29. Mai 2021, 10:00 - 17:00
Geschichtswerkstatt HerrenwykKokerstr. 1-3, 23569 Lübeck
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Nur noch bis kommenden Sonntag, 30. Mai, könnt ihr die Ausstellung „Not macht erfinderisch - zivile Notgegenstände aus Militärmaterialien“ bei uns bestaunen...

In der Ausstellung „Not macht erfinderisch – zivile Notgegenstände aus Militärmaterialien. Die Sammlung Olaf Weddern“ sehen Sie, grob gesagt, dringende Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs gefertigt aus den Überresten des 2. Weltkrieges.

Fast alle Exponate stammen aus der privaten Sammlung von Herrn Olaf Weddern. Eine größtmögliche Auswahl dieser sehr seltenen Objekte wird nun in unserem Industriemuseum in Herrenwyk erstmals einer Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Not macht erfinderisch und man kann nur das benutzen, was man hat. Diese banalen Erkenntnisse führten nach dem zweiten Weltkrieg zu skurrilen Umbauten von Militärmaterialen, die man im Überfluss besaß, zu zivilen Notgegenständen wie Küchengeschirr oder Kinderspielzeug.

Die Ausstellung beschreibt die Not und das Leid sowie die Armut im vom Krieg zerstörten Nachkriegsdeutschland und die Situation, in der Kinder und Erwachsene leben mussten, von der Ernährungs- über die Wohnsituation und soziale Aspekte.

Die von Privatpersonen umgebauten Notgegenstände, auch Konversionsgegenstände genannt, wirken dabei zum einen befremdlich, da wir den Anblick von Militaria nicht gewohnt sind (und sie durch den Umbau manchmal auch kaum noch als solche erkennen), andererseits wird in ihnen die Ironie der Geschichte deutlich, wenn man sieht, wie aus einer Glasmine eine Schüssel mit Blümchendekor gefertigt wurde oder eine Spielzeugeisenbahn für einen kleinen Jungen aus Patronenschachteln. Mit welchem Einfallsreichtum die Menschen ihren Alltag improvisierten wird hierbei deutlich und, dass sie nicht nur das Nötigste herstellten, sondern auch schöne Dinge, da auch sie offensichtlich zu einem erfüllten Leben und einem Streben nach dem Gefühl der Normalität in Zeiten höchster Anormalität von Nöten waren. Des Weiteren schlägt die Ausstellung, die neben den Exponaten auch umfangreiches Text- und Bildmaterial beinhaltet, noch einen Bogen zur Fertigung von Notgegenständen aus Militärmaterial international, die spätere Konsumgesellschaft des Wirtschaftswunders, die einen krassen Kontrast zum vorherigen Elend in Deutschland bildete, und wirft abschließend einen Blick auf eine heute verbreitete Tendenz, sich auf solche Situationen einzustellen und auf solche Ausnahmesituationen vorbereitet zu sein.

Bild: Olaf Malzahn

Ausstellungsdauer: verlängert bis zum 30.05.2021
Öffnungszeiten:
Freitag
01.01.-31.12.
14-17 Uhr

Samstag - Sonntag
01.01.-31.12.
10-17 Uhr


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