„Politische Karikaturen der Weimarer Republik“ in der Gedenkstätte Ahrensbök

Dienstag, 10. September 2019, 09:00 - 12:00
Gedenkstätte AhrensbökFlachsröste 16, 23623 Ahrensbök
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In Holz geschnittene bissige Kommentare

Januar 1933: Pfingsten - eine  Taube fliegt mit einem Hakenkreuz zum Reichstag. März 1933: Frühlingserwachen – ein Schaf weidet auf einer Wiese aus Hakenkreuzblumen. Es sind Holzschnitt- Bilder des Zeichners Hans Gerner (1893 – 1946), der In seinen Karikaturen den Militarismus und die damit verbundene Wiederaufrüstung in den Jahren der Weimarer Republik derart anprangerte, dass ihm seine kritische Kunst zum Verhängnis wurde. Nach  der Machtübertragung an die Nationalsozialisten folgten Konzentrationslager, Berufsverbot und Strafversetzung.

„Politische Karikaturen der Weimarer Republik“ heißt eine Ausstellung, die am Sonntag, den 16. Juni 2019 um 15 Uhr in der Gedenkstätte Ahrensbök eröffnet wird. Im Mittelpunkt stehen die Arbeiten von Hans Gerner, in dessen Leben und Werk die Vorsitzende des Trägervereins, Ingaburgh Klatt, am Sonntag einführen wird. Außerdem wird auf einem Büchertisch eine große Auswahl von Graphic Novels oder Comics in Buchformat ausgelegt. Die meisten thematisieren Ereignisse aus der  nationalsozialistischen Zeit wie das Leben der Anne Frank  oder der Sophie Scholl, darunter auch die berühmte Grafik-Novelle „Maus“, in der der amerikanische Comic-Zeichner  Art Spiegelman das Schicksal seiner jüdischen Eltern im Holocaust erzählt.

 Ausstellung und Bücherpräsentation  finden im Rahmen der Aktionswochen „Für Demokratie und bunte Vielfalt“  in Eutin und Ahrensbök statt. Sie werden  bis 8. September zu sehen sein. Interessierte sind zur Vernissage - oder später, wer am Sonntag verhindert ist - in die Gedenkstätte eingeladen.

Der Karikaturist Hans Gerner war  überzeugter Pazifist und Demokrat. Obwohl er als Leutnant am Ersten Weltkrieg teilgenommen hatte, arbeitete er gegen  die sich ausbreitende Mehrheitsmeinung, die sich in der jungen Republik dem Ziel verschworen hatte, der noch schwachen Demokratie den Todesstoß zu versetzen.  Hans Gerner, der seine in Holz geschnittenen bissigen Kommentare des politischen Geschehens überwiegend in der Stuttgarter Sonntagszeitung  veröffentlichte, wurde als der „Einzige in Deutschland  der in dieser verlogenen Zeit in die Kerbe haut“, von einem Zeitgenossen gepriesen.  Dass Gerner schließlich dem politischen Druck nachgab und in die  NSDAP eintrat, soll ihn derart beschämt haben, dass er 1946 sein Leben mit dem Freitod beendete.  

 

Ausstellungsdauer: bis 18. September 2019
verlängert bis 31.12.2019 Die Gedenkstätte ist jeden Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr, dienstags, mittwochs und donnerstags von 09.00 bis 12 Uhr geöffnet. Sie kann nach Anmeldung auch an anderen Tagen besucht werden. Das Gebäude liegt direkt an der Bundesstraße 432 (Koordinaten: 54.026198,10.593623), Flachsröste 16 im Ahrensböker Ortsteil Holstendorf. Telefon 04525 – 493 060, E mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Eintritt und Führungen sowie Teilnahme an Veranstaltungen sind kostenfrei. Spenden sind willkommen. Extra Parkmöglichkeiten: B 432 Einfahrt Flachsröste, links über das Betriebsgelände der Firma OHZ, Ostholsteinisches Holzkontor


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