Tonio Kröger von Thomas Mann

Freitag, 14. Februar 2020, 20:00
Theater Lübeck – Junges StudioBeckergrube 16, 23552 Lübeck
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»Etliche gehen mit Notwendigkeit in die Irre,
weil es einen rechten Weg für sie überhaupt nicht gibt.«
 
Tonio Kröger verlässt die giebeligen Gassen seiner engen Heimatstadt an der Ostsee. Seine erste Liebe, den schönen und lebensfrischen Hans Hansen, lässt er zurück und seine zweite Jugendliebe, die blonde »übermütig gewöhnliche« Ingeborg Holm. Sein Vater ist gestorben, die Mutter ist mit ihrem zweiten Ehemann fortgezogen und er, dessen Name die Extravaganz der feurigen Mutter wie den bürgerlichen Puritanismus des Vaters anklingen lässt, beginnt in München ein Leben als Literat.

Tonio Kröger, Künstler Anfang 30, hadert mit der Widersprüchlichkeit seiner selbst, von Kunst-Geist und Leben. Seine Freundin Lisaweta Iwanowna »erledigt« ihn mit ihrer Analyse, er sei ein Bürger auf Irrwegen. Oder, wie Tonio selbst es ausdrückt, ein Künstler mit schlechtem Gewissen. Nach dreizehn Jahren will er die Ostsee wiedersehen, die leitmotivisch Thomas Manns frühe Novelle von 1903 durchzieht. In Lübeck befällt ihn ein seltsam vertrautes wie befremdliches Gefühl. Niemand erkennt ihn auf der Straße, er nimmt ein Schiff nach Dänemark, die stürmische See lässt Tonio aufjauchzen. Ein dänisches Paar erinnert ihn an Hans und Ingeborg, plötzlich erschüttert ihn Heimweh. Als Bürger und Künstler steht er zwischen zwei Welten, ist in keiner zu Hause. Doch, so schreibt er Lisaweta, erkennt er gerade in seinen Widersprüchen eine Quelle der Liebe, nicht nur zu literarischen Figuren, die tragisch und lächerlich zugleich sind. Wenn irgendetwas imstande wäre, aus einem Literaten einen Dichter zu machen, so wäre es diese Bürgerliebe zum Menschlichen, Lebendigen und Gewöhnlichen. So steht am Ende von Tonio Krögers Reise in den Norden eine Selbsterkenntnis, er findet eine sehnsüchtige Liebe in sich, in der schwermütiger Neid, ein wenig Verachtung und Seligkeit schwingen.

Die junge Regisseurin Catrin Mosler inszeniert Manns Erzählung als ein Stationendrama über Sehnsucht und Heimat, Selbsterkenntnis und Liebe. Und über das Meer.
Sa
18/01/20
20.00 Uhr
Junges Studio
freier Verkauf

Sa
01/02/20
20.00 Uhr
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Fr
14/02/20
20.00 Uhr
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Fr
28/02/20
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