Konzert zum 7. Dezember: Der Weg der Verheißung (Weill/Werfel)

Samstag, 7. Dezember 2019, 19:00 - 21:00
St. AegidienAegidienstraße 75, 23552 Lübeck
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Konzert zur Erinnerung an den Kniefall von Willy Brandt in Warschau am 7. Dezember 1970

Vor der Tür steht die SS, in der Synagoge sucht die jüdische Gemeinde Schutz. In dieser beängstigenden Situation besinnt sie sich auf die Jahrtausende alte Geschichte des Judentums – erzählt vom Rabbi. Dabei muss er sich den neugierigen Fragen eines Jungen und auch Widerspruch aus den eigenen Reihen stellen.

Kurt Weill komponierte das Theater-Oratorium in den Jahren 1933-1935. Der Text von Franz Werfel basiert auf biblischen Vorlagen. Die New Yorker Uraufführung 1937 inszenierte Max Reinhardt. Trotz des künstlerischen Erfolgs geriet das Stück schnell in Vergessenheit. Zu einer deutschen Aufführung kam es erstmals 1999.

Der Lübecker Bach-Chor führt diese musikalische Rarität gemeinsam mit den Symphonikern Hamburg in einer etwa einstündigen konzertanten Fassung auf. Er folgt damit dem Aufruf der „Stiftung zum 7. Dezember 1970“, die Bereitschaft zur Versöhnung lebendig zu halten.

Eine Veranstaltung der Stiftung zum 7. Dezember 1970. Die Stiftung erinnert alljährlich mit einem Konzert an den Kniefall Willy Brandts. Für den Stifter Rolf Grasse steht der Kniefall von Warschau für die Bitte um Versöhnung und symbolisiert die Neue Ostpolitik der damaligen Bundesregierung, mit der erste Schritte zur Überwindung des Kalten Krieges eingeleitet wurden.

Teile des großen Theater-Oratoriums „Der Weg der Verheißung“ von Kurt Weill (Musik) und Franz Werfel (Text) werden aufgeführt.

Anfang der 30iger Jahre plante der Regisseur Max Reinhard ein großes Musiktheater-Stück zur Geschichte des Volkes Israel, gerade als der Antisemitismus in Deutschland zu allgemeiner Anerkennung und großer Gefahr heranwuchs. Die künstlerische und intellektuelle Elite war bereits teilweise ausgewandert. Er gewann Franz Werfel als Librettisten und Kurt Weill als Komponisten für diesen Plan. Das gut dreistündige Werk erlebte nach turbulenten Probenphasen 1937 seine Uraufführung („The Eternal road“) und über 150 weitere Vorstellungen am Broadway in New York. Wegen des ungeheuren Aufwandes blieb es aber ohne finanziellen Erfolg und geriet etliche Jahrzehnte in Vergessenheit, bis es zum 100. Geburtstag von Kurt Weill im Jahr 2000 erstmals in einer gekürzten Fassung in u.a. Chemnitz, Dessau und Berlin erklang.

Franz Werfel fügte die wichtigsten alttestamentlichen Geschichten von Abraham bis Jeremia in einer Rahmenhandlung zusammen: Eine jüdische Gemeinde ist eines Nachts in einer Synagoge versammelt, vor der Tür hat sich die Gewalt des Staates, die Gestapo, platziert. In dieser Beklommenheit des Pogroms ruft der Rabbi dieser Gemeinde die alten Geschichten des Volkes ins Gedächtnis der versammelten Gemeinde. Ein Widersprecher provoziert ihn dabei vielfach, auch taucht ein 13-jähriger Junge auf, der zwar Jude ist, all diese Geschichten aber nicht kennt. So bekommen die Schilderungen des Rabbi eine unvoreingenommene Richtung.

Der Lübecker Bach-Chor wird dieses Stück konzertant in einer etwa einstündigen Fassung zum Gedenk- Konzert an den Kniefall von Willy Brandt 1970 am 7. Dezember 2019 in St. Aegidien aufführen. Damit kommt er dem Wunsch der „Stiftung zum 7. Dezember 1970“ nach, ein passendes Konzertstück an diesem Abend zu präsentieren. Zugleich schreibt der Chor seine eigene Tradition weiter fort und bringt seinem Publikum wieder eine musikalische Rarität zu Gehör. Der Aufruf der „Stiftung zum 7. Dezember 1970“, die Versöhnung als politische Bereitschaft und Botschaft lebendig zu halten, soll mit diesem sehr interessanten Werk unterstrichen werden. Der Lübecker Bach-Chor tritt gemeinsam mit den Hamburger Symphonikern und Solisten auf, die Leitung hat Kirchenmusiker Eckhard Bürger.

Eintritt frei, Kollekte für die Stiftung „7. Dezember 1970“


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